30.07.2003

ROTSTIFT

Siemens ICM streicht 2.300 Stellen

Der Siemens-Konzern will in seiner krisengeschüttelten Mobilfunksparte ICM [Information & Communications Mobile] bis Ende 2004 zusätzlich eine Milliarde Euro einsparen und weltweit weitere Stellen streichen.

"Bis Ende des nächsten Geschäftsjahres [zum 30. September] sollen rund 2.300 Stellen entfallen, davon 500 in Deutschland", teilte Siemens mit.

"Da sind Kündigungen dabei", sagte ein Sprecher, ohne aber konkrete Zahlen zu nennen.

Anhaltende Marktschwäche

Hintergrund des heute bekanntgegebenen zusätzlichen Jobabbaus bei ICM sei die anhaltende Marktschwäche, die durch Preisverfall, Überkapazitäten und Investitionszurückhaltung seitens der Kunden gekennzeichnet sei, hieß es. Siemens bekomme wie alle Wettbewerber den erheblichen Margendruck zu spüren.

"Um weiter profitabel wirtschaften zu können, sollen in den nächsten zwölf Monaten die Kosten um eine Milliarde Euro gesenkt werden", kündigte Siemens an. Hierzu solle unter anderem der Einkauf globaler als bisher gestaltet werden, zudem würden die Zulieferer zu Preissenkungen und günstigeren Zahlungsmodalitäten aufgefordert.

Darüber hinaus wolle Siemens Mobile die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten stärker zusammenfassen.

Die Stellenabbaupläne müssen nun noch mit der Arbeitnehmerseite diskutiert und umgesetzt werden. Grundsätzlich wolle Siemens Kündigungen vermeiden und sämtliche alternative Möglichkeiten nutzen.

Auch andere Sparten droht Kürzung

Die genaue regionale Verteilung des erneuten Stellenabbaus steht nach Angaben eines Sprechers noch nicht fest.

Der Großteil entfalle auf den Bereich der Mobilfunknetze. In Deutschland gebe es in den betroffenen Bereichen vor allem in Berlin und München viele Beschäftigte, sagte er.

Der Konzern werde sich wieder um eine soziale Abfederung bemühen, betriebsbedingte Kündigungen seien aber nicht ausgeschlossen.

Neben ICM gelten auch die Netzwerksparte ICN, die Industriellen Dienstleistungen, die Automatisierungssparte Dematic, die Gebäudetechnik und der IT-Dienstleister SBS wegen Ertragsproblemen als Kandidaten für weiteren Stellenabbau.

Der Siemens-Sprecher sagte, man könne grundsätzlich nichts ausschließen.