Schmiergeldverdacht auch in Österreich

Siemens
25.02.2007

Laut "profil" geraten in der Korruptionsaffäre um das deutsche Technologieunternehmen Siemens jetzt auch Manager der Österreich-Tochter des Konzerns ins Visier der Ermittler.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "profil" dürfte nun auch die Siemens AG Österreich in die Affäre um geheime Schmiergeldkonten verwickelt sein. Nach Aussagen eines "Kronzeugen" der Affäre in Deutschland wird nun auch gegen die Wiener Tochter ermittelt.

"Provisionszahlungen" an Briefkastenfirmen

In Einvernahmeprotokollen der Staatsanwaltschaft München I, die dem Magazin vorliegen, spricht ein Beschuldigter von "Provisionszahlungen", die von der Kommunikationssparte Siemens Com Wien an Briefkastenfirmen geflossen sein sollen.

Der Kronzeuge nennt laut "profil" in diesem Zusammenhang auch den Namen des aktuellen Siemens-Finanzvorstandes Harald Wasserburger, der zur fraglichen Zeit Bereichsleiter von Siemens Com war.

Wegen des Verdachts auf Schmiergeldzahlungen bei Siemens ermitteln derzeit Behörden in zahlreichen Ländern, die Finanzströme flossen dabei über Österreich, die Schweiz und die Karibik. Insgesamt sollen mindestens 200 Millionen Euro veruntreut worden sein.

Siemens droht mit Klagen

Weder Finanzvorstand Wasserburger noch Siemens-Chefin Brigitte Ederer wollten auf "profil"-Anfrage zu den Anschuldigungen Stellung nehmen. Konzernsprecher Harald Stockbauer wies im Namen von Siemens Österreich "den Vorwurf ungesetzlicher Handlungen schärfstens zurück" und drohte rechtliche Schritte an.

Die Spitze von Siemens Österreich hatte bisher wiederholt versichert, der heimische Teilkonzern habe mit der ganzen Affäre nichts zu tun.

Das Magazin dagegen sieht Siemens-Chefin Ederer und Finanzvorstand Wasserburger jetzt in Erklärungsnot.

Die Staatsanwaltschaft München geht derzeit davon aus, dass mehrere Siemens-Manager sich über Jahre hinweg "zu einer Bande zusammengeschlossen haben, um fortgesetzt Untreuehandlungen zum Nachteil der Firma Siemens durch Bildung schwarzer Kassen im Ausland zu begehen".

(APA)