Gutes Quartal bei Hewlett-Packard
Der US-Computerkonzern Hewlett-Packard [HP] verweist Dell bei den PC-Verkäufen auf den zweiten Platz. Die Spionageaffäre um Patricia Dunn belastet die Geschäfte nicht.
HP hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2006/2007 wegen eines sehr guten PC- und Druckergeschäfts seinen Gewinn stark erhöht. HP legte aber auch in allen anderen Geschäftsbereichen deutlich zu und baute die Gewinnmargen kräftig aus.
Das in Palo Alto in Kalifornien ansässige Unternehmen verdiente in dem am 31. Jänner beendeten Quartal 1,5 Mrd. US-Dollar [1,1 Mrd. Euro] oder 26 Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahreszeit.
Der Gewinn je Aktie erhöhte sich auf 55 Cent [2005: 42 Cent]. Der Quartalsumsatz legte um elf Prozent auf 25,1 Mrd. Dollar zu. Das hat HP am Dienstag nach Börsenschluss bekannt gegeben.
Gutes Jahr vorhergesagt
HP hatte nach Darstellung von Konzernchef Mark Hurd ein starkes erstes Quartal. Er rechnet auf für das Gesamtjahr mit starken Ergebnissen.
Der Umsatz erhöhte sich in Nord- und Südamerika um sechs Prozent auf 10,4 Mrd. Dollar, in der Region Europa/Naher Osten/Afrika um 14 Prozent auf 10,7 Mrd. Dollar und im asiatisch-pazifischen Raum um 15 Prozent auf 4,0 Mrd. Dollar.
Dell geschlagen
Der PC-Umsatz stieg um 17 Prozent auf 8,7 Mrd. Dollar. HP hatte Dell im Schlussquartal 2006 global von der Spitze der PC-Hersteller verdrängt. Der PC-Absatz erhöhte sich um 17 Prozent. Der Notebook-Umsatz legte massiv um 40 Prozent zu, während es bei Desktops einen einprozentigen Umsatzrückgang gab. Der operative Gewinn der PC-Sparte stieg auf 414 [293] Mio. Dollar.
Die lukrative Druckersparte erhöhte den Umsatz um sieben Prozent auf 7,0 Mrd. Dollar und den operativen Gewinn auf 1,1 [0,973] Mrd. Dollar. HP ist auch der weltgrößte Druckerhersteller.
Alle Sparten legen zu
Bei Speicher- und Serverprodukten gab es einen Umsatzanstieg um fünf Prozent auf 4,5 Mrd. Dollar. Der operative Gewinn erhöhte sich auf 416 [326] Mio. Dollar. Die Dienstleistungssparte legte um fünf Prozent zu und setzte 3,9 Mrd. Dollar um. Der operative Gewinn betrug 414 [293] Mio. Dollar.
Der Umsatz im Software-Bereich schoss wegen des Kaufs der Softwarefirma Mercury um 81 Prozent auf 550 Mio. Dollar in die Höhe. Der operative Gewinn stieg auf 47 [9,0] Mio. Dollar. Das Finanzdienstleistungsgeschäft legte ebenfalls zu.
Die HP-Aktien gaben nachbörslich um 0,88 Prozent auf 42,75 Dollar nach. Das Unternehmen erwartet für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Gewinn von 57 bis 58 Cent je Aktie und einen Umsatz von rund 24,5 Mrd. Dollar. Im Gesamtjahr will HP 98 bis 99 Mrd. Dollar umsetzen und 2,35 bis 2,40 Dollar je Aktie verdienen.
Die Bespitzelung von Verwaltungsratsmitgliedern, Mitarbeitern und Journalisten hatte die die ehemalige HP-Verwaltungsratsvorsitzende Patricia Dunn und andere Bedienstete des Unternehmens ihre Posten gekostet. Die Affäre hatte aber auf den HP-Geschäftsgang offensichtlich keinerlei Einfluss.
(APA | dpa)
