22.07.2003

SPEKULATION

SCO-Kursrallye durch "Linux-Lizenzen"

Der Softwarehersteller SCO Group hat an der Börse eine Performance hingelegt, von der manche Unternehmen selbst in der Dot.Com-Phase nur träumen konnten: 550 Prozent - und das in weniger als drei Monaten.

Grund für den kometenhaften Kursverlauf sind die Behauptungen der SCO Group, die freie Software Linux würde gestohlenen Unix-Code verwenden. Die SCO Group, vormals Caldera, hat die Lizenzrechte von Unix inne.

Plus 550 Prozent

Anfang Juni legte SCO einen Vertrag vor, der die Rechte am Unix-Code belegen sollte. Zur gleichen Zeit wurde die Kursrallye wieder in Gang gesetzt, bis dato ist der Kurs von 6 auf 14,4 Euro emporgeschossen.

Seit Mitte Mai entspricht dies einem Kursanstieg von etwa 550 Prozent. Ein Kursverfall ist noch nicht abzusehen.

Ein ähnlicher Lizenzhype spielte sich im Jahr 2000 rund um den Speicher-Thinktank Rambus ab. Eine Kooperation mit dem weltgrößten Prozessorhersteller verschaffte dem Unternehmen das nötige Gewicht bei Verhandlungen mit internationalen Speicherproduzenten. Zu dieser Zeit verdiente das Unternehmen vor allem an Lizenzzahlungen.

Die Börse sah es mit Genugtuung. Im Zuge des allgemeinen Dot.Com-Hypes stieg der Kurs von 20 auf über 100 USD, um gleich nachher wieder abzufallen. Angesichts des schwindenden Widerstandes der Speicherindustrie gegen Lizenzzahlungen an Rambus stieg der Kurs wieder über 100 USD.