18.07.2003

ÜBERALL

Tauschbörsen-Nutzung im Büro alltäglich

Immer mehr Unternehmen erhalten Er- bzw. Abmahnungen der Unterhaltungsindustrie, in denen verlangt wird, das Firmennetzwerk verstärkt zu kontrollieren und eine Nutzung von Tauschbörsen unmöglich zu machen.

Und glaubt man einer neuen Studie, tun sie dies nicht ohne Grund, denn in drei von vier Unternehmen ist Tauschbörsen-Software wie KaZaA, Morpheus oder iMesh installiert.

Bei Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern kann demnach sogar davon ausgegangen werden, dass urheberrechtlich geschützte Werke über das Firmennetz getauscht werden. Bei allen für die Studie untersuchten Unternehmen dieser Größe fand man installierte Peer-to-peer-Netzwerke [P2P].

Noch wenig firmeninterne Regelungen

Insgesamt war auf 9,23 Prozent der 175.000 untersuchten Computer zumindest ein Tauschbörsen-Programm installiert. Der höchste, bei einem kleineren Unternehmen gefunde, Prozentsatz der eingesetzten P2P-Systeme betrug gar 58 Prozent.

Großunternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern hatten laut der Studie im Vergleich zu den kleineren Betrieben meist geringe Durchdringungsraten. Grund dafür waren etwaige firmeninterne Vorschriften, die den Tausch und Download urheberrechtlich geschützter Werke strikt verbieten. Derartige Policies sind derzeit aber noch rar.

Die Film- und Musikindustrie verlangt schon lange eine aktive Vorgehensweise seitens der Unternehmen.

Neben Broschüren mit Tipps für den hauseigenen Systemadministrator verschickt die Unterhaltungsindustrie auch ausführlich formulierte Vorlagen für derartige firmeninterne Richtlinien, die von den Mitarbeitern nur noch unterschrieben werden müssen.

Tauschen frisst die Bandbreite

Doch nicht nur Arbeitszeit wird laut der Studie verschwendet, auch die Bandbreite der normalerweise recht flotten Unternehmensleitungen leidet unter der ständigen Belastung und erhöht die laufenden Kosten.

Um dies zu untersuchen gab AssetMetrix für diesen Zweck einen mit MP3s geladenen Tauschbörsen-Server unter der Angabe einer T3-Verbindung frei.

Anschließend beobachteten die Analysten anhand der Zugriffe, welche Bandbreite ein durchschnittlicher für den Datentausch genutzter PC beansprucht. Die Ergebnisse zeigten, dass die übertragenen Dateien zu jedem Zeitpunkt mit etwa 10 MB ausgewiesen waren.