Klage gegen MySpace abgeschmettert
Anwalt: "Spielplatz für Sexualstraftäter"
Ein Gericht in der texanischen Hauptstadt Austin hat am Dienstag die Klage einer Familie gegen MySpace abgewiesen, die behauptet hatte, das Soziale Netzwerk schütze seine minderjährigen Benutzer nicht gegen die Nachstellungen von Sexualverbrechern. Die Familie wollte das zu Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp. gehörende Portal auf umgerechnet 22,9 Millionen Euro verklagen.
Die 13-jährige Tochter der Familie hatte zu Protokoll gegeben, von einem 19-jährigen Mann sexuell belästigt worden zu sein, den sie auf MySpace kennen gelernt hatte.
Geschützte Plattform
Bezirksrichter Sam Sparks zitierte in seinem Urteil den Communications Decency Act, unter dem Plattformen wie MySpace vor Klagen durch ihre Nutzer geschützt und nicht für die Inhalte verantwortlich sind, die von ihren Nutzern online gestellt werden. Von MySpace könne nicht erwartet werden, das Alter jedes Nutzers zu überprüfen.
Der Richter: "Das würde das Geschäft von MySpace zerstören." Ohne den Schutz durch das Gesetz würden Plattformen wie MySpace "durch Klagen Dritter vollkommen zerstört werden".
"Spielplatz für Sexualstraftäter"
Der Anwalt der Familie, Jason Itkin, hat angekündigt, gegen die Entscheidung des Richters Berufung einzulegen. "Das führt dazu, dass Anbieter wie MySpace jegliche Verantwortung für die Sicherheit von Kindern im Internet ablehnen. MySpace weiß, dass es ein Spielplatz für Sexualstraftäter ist, und sollte deshalb wenigstens grundlegende Sicherheitsmaßnahmen einführen."
(AP | futurezone)
