Warnung vor kritischer Windows-Lücke
Microsoft warnt in einem aktuellen Sicherheits-Bulletin vor einer als "kritisch" eingestuften Sicherheitslücke, die fast alle aktuellen Windows-Versionen betrifft:
Demnach kann ein Angreifer, der die Lücke ausnutzt, über das Internet beliebigen Code auf den betroffenen Rechnern ausführen, also Dateien installieren, lesen, verändern oder löschen.
Microsoft fordert betroffene Nutzer auf, das entsprechende Patch umgehend einzuspielen. Dazu rät Jeff Jones, Chef der "Trustworthy Computing"-Initiative des Konzerns, anlässlich der Sicherheitslücke allen Benutzern prinzipiell nicht genutzte Ports zu schließen und generell eine Firewall zu verwenden.
Betroffen sind die Windows-Versionen NT 4.0, NT 4.0 Terminal Services Edition, 2000, XP und Server 2003. Erst Anfang Juni hat Microsoft den ersten Sicherheits-Patch für das nach eigenen Angaben "schnelle und sichere" System Windows Server 2003 [WS] präsentiert.
Patch-Offensive bei MicrosoftDie Lücke
Laut MS weist der Teil von RPC [Remote Procedure Call], der den Nachrichtenaustausch über TCP/IP verarbeitet, die Sicherheitslücke auf.
Der Fehler erfolge durch die "falsche Verarbeitung ungültiger Nachrichten", die einen Buffer-Overflow zur Folge habe. Die "spezielle Sicherheitsanfälligkeit" beziehe sich dabei auf eine DCOM-Schnittstelle [Distributed Component Object Model] mit RPC, die TCP/IP-Port 135 abfragt. Diese Schnittstelle verarbeitet DCOM-Objektaktivierungsanforderungen, die von Clientcomputern an den Server gesendet werden.
Ein Angreifer, der diese Schwachstelle erfolgreich ausnutzt, kann beliebigen Code auf dem betroffenen System ausführen.¿ Der Angreifer könnte somit jede Aktion auf dem System durchführen, so auch das Installieren von Programmen, das Ändern bzw. Löschen von Daten und dem Erstellen neuer Benutzerkonten.
Um diese Sicherheitsanfälligkeit ausnutzen zu können, muss ein Angreifer "eine speziell gestaltete Anforderung" an Port 135 des Remotecomputers senden.
Hinweis aus Polen
Microsoft wurde von einer Gruppe unabhängiger polnischer Hacker auf das Problem aufmerksam gemacht, die auch bei Lösung behilflich waren.
Die Gruppe namens "Last Stage of Delirium" [LSD] hat dementsprechend mit der Veröffentlichung des Problems gewartet, bis das Patch vorlag.
LSD Research Group
