Programme kämpfen um Prozessorpower
Computer-Wissenschaftler haben einen unterhaltsamen Weg eingeschlagen, um ihre Programme mit anderen zu vergleichen und so Schwachstellen zu entdecken.
Im Rahmen des Wettkampfes "Grid Wars II" traten vergangenen Monat in Kalifornien 236 Programme von Entwicklern aus aller Welt gegeneinander an, die versuchten die Kontrolle über möglichst viele der 2.500 Prozessoren eines Computer-Clusters zu erlangen.
Perfekte Testumgebung
Der Contest dient nicht nur dazu, die Programmierer einmal hinter
ihren Rechnern hervorzuholen, sondern soll auch einen
wissenschaftlichen Wert haben. "Die Grid Wars sind die perfekte
Testumgebung für meinen Algorithmus," so Mark Wenig, vom NASA
Goddard Space Flight Center.
Grid WarsAngriff oder Verteidigung
Ein Programm kann die Macht über einen Prozessor übernehmen, indem es virtuelle "Kugeln" auf das Konkurrenz-Programm, das den Prozessor gerade inne hat, abschiesst. Ist ein Prozessor drei Mal getroffen, verliert das verteidgende Programm und der Angreifer übernimmt die Kontrolle.
Verbündete Programme können dabei ihre Attacke oder Verteidigung mittels Kommunikation zwischen den besetzten Prozessoren koordinieren.
Im Finale traf das NASA-Programm "Rogue", das mit genetische Algorithmen geschaffen wurde, auf die russische Konkurrenz "Cobra", die von Hand programmiert wurde, von der Universität Moskau.
Nach einem spannenden Match konnte Cobra den Wettkampf schließlich für sich entscheiden. Den dritten Platz belegte das britische Programm "Neutral".
Übertragung auf Bildschirm
Die Zuschauer können die Kämpfe auf einem Bildschirm verfolgen. Die Prozessoren werden dabei als kleine Quadrate in einem großen Grid und die Programme in verschiedenen Farben dargestellt.
