Alcatel-Lucent streicht jeden sechsten Job
Die österreichischen Beschäftigten des französisch-amerikanischen Telekom-Ausrüsters Alcatel-Lucent hoffen auf den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.
Nach einem Sturz in die Verlustzone Ende 2006 verschärft Alcatel-Lucent seinen Sparkurs. Statt 9.000 Stellen würden beim Weltmarktführer für Kommunikationstechnik binnen drei Jahren 12.500 Arbeitsplätze gestrichen, teilte Konzernchefin Patricia Russo am Freitag in Paris mit.
Abwarten in Wiener Niederlassung
In Österreich gibt sich das Unternehmen noch abwartend. Es sei zu früh, etwas zu sagen, hieß es aus der Wiener Niederlassung. Man gehe aber davon aus, dass die internationalen Stellenstreichungen hierzulande kaum Auswirkungen haben werden.
Genaueres lasse sich voraussichtlich erst Ende nächster Woche sagen, so der Sprecher von Alcate/Lucent-Österreich, Bernhard Mayr.
Sparkurs
Mit den Stellenstreichungen will das Unternehmen 1,7 statt der ursprünglich geplanten 1,4 Milliarden Euro einsparen. Alcatel-Lucent hat 80.000 Mitarbeiter in 130 Ländern.
Streik angekündigt
Die französischen Gewerkschaften kündigten für den 15. Februar einen Streik an.
Alcatel-Lucent entstand im Dezember 2006 aus der Fusion von Alcatel mit dem US-Wettbewerber Lucent Technologies.
"Die Transformation der Branche begleiten"
Alcatel-Lucent wolle "die Transformation der Branche begleiten", hieß es. "Dazu gehören die Entwicklung reiner IP-Netze, Video und Multimedia-Inhalte zur Anreicherung von Kommunikationsdiensten und mobiles Breitband sowie hochwertige Dienstleistungen."
Schlechte Zahlen
Die größere Zahl der Jobkürzungen begründete Alcatel mit schlechten Geschäften im letzten Viertel des vergangenen Jahres.
Die Umsätze sanken demnach in den letzten drei Monaten 2006 um 16 Prozent, die Erträge schmolzen von 566 auf 21 Millionen Euro. Der Pro-forma-Gewinn von Alcatel-Lucent für das Gesamtjahr schrumpfte von 1,67 Milliarden Euro im Jahre 2005 auf 522 Millionen, weniger als ein Drittel.
(APA)
