"Manager haben sich nicht bereichert"

Affäre
07.02.2007

Ermittlungen im Siemens-Schmiergeldskandal dauern an

In der Siemens-Schmiergeldaffäre haben sich die Beschuldigten den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge nicht persönlich bereichert. Anhaltspunkte dafür, dass die Verdächtigen das Geld in die eigene Tasche gesteckt hätten, gebe es bisher nicht, teilte der leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld am Mittwoch in München mit. Ein Ende der umfangreichen Ermittlungen sei derzeit nicht in Sicht.

200 Millionen Euro in schwarzen Kassen

Die Staatsanwaltschaft geht nach bisherigem Stand davon aus, dass mindestens 200 Millionen Euro in schwarze Kassen geflossen sind. Daraus sollen Schmiergelder im Ausland gezahlt worden sein.

Ob die Summe möglicherweise noch höher ist, könne noch nicht abschließend beurteilt werden, erklärte Schmidt-Sommerfeld. Siemens geht verdächtigen Zahlungen in Höhe von 420 Millionen Euro nach.

30 Personen festgenommen

Bei den Ermittlungen wurden bisher mehr als 30 Personen vernommen. Der Oberstaatsanwalt betonte, die meisten Beschuldigten seien ebenso wie der Siemens-Konzern und die Wirtschaftsprüfer von der KPMG kooperationsbereit.

Die Staatsanwaltschaft arbeite im Rahmen der Rechtshilfe intensiv mit den Justizbehörden in der Schweiz, in Italien und Liechtenstein zusammen.

(dpa)