Justiz beschlagnahmt Messiers Abfindung
Die Pariser Justiz hat die Abfindung von 20,6 Mio. Euro für den entlassenen Chef des Medienkonzerns Vivendi Universal [VU], Jean-Marie Messier, beschlagnahmt. Das gab die Pariser Börsenaufsicht COB am Mittwoch bekannt.
Zur Begründung hieß es, nach Ansicht eines Gerichts in der französischen Hauptstadt sei der Abfindungsvertrag vom 1. Juli 2002 bei VU nicht den erforderlichen Instanzenweg gegangen und habe nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Segen der gesamten Konzernführung erhalten.
Davor hatte das Unternehmen gedroht, die Abfindung nicht zahlen zu wollen. Messier stehe das Geld nicht zu, da er Vivendi Universal freiwillig verlassen habe. Zudem habe der Verwaltungsrat der Abfindungsvereinbarung niemals zugestimmt, hieß es zur Begründung letzte Woche.
Unter der Führung seines Nachfolgers Jean-Rene Fourtou trennte sich der Konzern bis dato bereits von zahlreichen Sparten, um seine Schuldenlast zu verringern.
Unterhaltungssparte ohne Eile verkaufenEin Schiedsgericht in den USA hatte Messier die umstrittene Abfindung Ende Juni zugesprochen. Er war am 3. Juli 2002 entlassen worden, als Vivendi Universal wegen hoher Finanzverbindlichkeiten aus den von ihm eingefädelten Firmenkäufen am Rande der Zahlungsunfähigkeit stand.
