BSA jagte Software-Piraten um die Welt
Vergangenen Freitag ist eine der längsten Ermittlungen in der Geschichte der BSA [Business Software Alliance] mit einer Verurteilung zu Ende gegangen.
Der des Tatbestands des Besitzes und des Handels mit raubkopierter Software schuldig gesprochene 23-jährige Bilal Chan wurde von einem Londoner Gericht nun zu 15 Monaten Haft und zur Zahlung der Prozesskosten in Höhe von 15.000 Pfund [22.000 Euro] verurteilt.
Die Jagd nach dem pakistanischen Studenten hielt die BSA über zwei Jahre lang in Atem. Zu Spitzenzeiten Betrieb Chan pro Tag bis zu 1.700 Online-Auktionen mit raubkopierter Software unter 17 verschiedenen Mitgliedsnamen.
Piraterierate 2002 um drei Prozent gesunken
Der Einsatz von raubkopierter Software ist im Jahr 2002 weltweit
von 40 auf 39 Prozent zurückgegangen. In Österreich ist die
Piraterierate mit einer Senkung von 33 auf 30 Prozent sogar stärker
als im weltweiten Durchschnitt gefallen.
Software-Piraterie weltweit rückläufigDer Ablauf der jahrelangen Jagd
Bereits im Jahr 2000 nahm die BSA nach einem Hinweis eines geprellten Kunden des Raubkopien-Händlers erstmals die Ermittlungen gegen Chan auf. Nach einer Hausdurchsuchung wurde ein erster Strafantrag ausgestellt. Der Student kam aber gegen Kaution frei und setzte sich daraufhin nach Pakistan ab.
Seine Geschäfte mussten unter dem Ortswechsel jedoch nicht leiden, er hielt sie mit Hilfe eines Nachsendedienstes weiter am Laufen.
Den Fahndern ging Chan schließlich eher zufällig ins Netz. Er wurde nach seiner unbemerkten Einreise nach Großbritannien am 4. März dieses Jahres bei einer Verkehrskontrolle geschnappt. Wegen des vorliegenden Haftbefehls nahmen die Beamten den 23-Jährigen an Ort und Stelle fest.
Insgesamt wurden über 1.000 Mannstunden in die Verfolgung des Piraten investiert.
Verdeckte Ermittler durchforsten Angebote
Nicht nur die BSA ist mit verdeckten Ermittlern im Internet
unterwegs, auch Online-Aktionshäuser wie eBay beschäftigen eigene
Kontrolleure, die Hinweisen auf illegale Angebote mit raubkopierter
Software, Musik und Filmen nachgehen.
Software in Auktionen meist illegalAbschreckende Wirkung
Die Organisation hofft nun, dass die jetzige Verurteilung ihre abschreckende Wirkung auf andere Software-Piraten nicht verfehlt.
In zehn Hinweisen hat die BSA weiters zusammengefasst, woran der interessierte Käufer Raubkopien bei Online-Aktionen erkennt.
Misstrauen sei demnach vor allem bei besonders günstigen Preisen, so genannten Compilation-CDs und internationalen Angeboten angebracht.
Auch appelliert die BSA an alle User, Softwarepiraten über eine eingerichtete Telefon-Hotline zu melden.
"Wenn der Preis eines Programms zu gut scheint, um wahr zu sein, dann ist er oft zu gut, um legal zu sein."
Alle Hinweise auf der Website der BSA
