Gewinnrückgänge im Speichergeschäft
Toshiba und Fujitsu kämpfen mit dem Verfall der Speicherpreise.
Die japanischen Elektronikriesen Toshiba und Fujitsu haben mit dem rapiden Preisverfall bei Halbleitern und Festplatten zu kämpfen und erwarten hier auch keine schnelle Besserung. Beide Konzerne mussten im Schlussquartal operativ einen Gewinnrückgang hinnehmen.
Der dramatische Preisrückgang bei den NAND-Chips werde sich in den kommenden drei Monaten noch verschärfen, teilte Toshiba am Mittwoch mit. Im März dürften damit die Chips, die etwa in tragbaren Musikabspielgeräten eingesetzt werden, 70 Prozent billiger sein als ein Jahr zuvor.
Speicherpreise schmelzen ab
"Das Geschäft mit Chips ist ein Rennen gegen einen sehr schnellen Preisverfall", sagte Toshiba-Direktor Fumio Muraoka. "Es wird schwierig werden." Nur dank Beteiligungsverkäufen verdreifachte das Unternehmen seinen Nettogewinn auf 72,43 Milliarden Yen [460 Mio. Euro].
Das operative Ergebnis ging dagegen um zwölf Prozent auf 356 Millionen Euro zurück. Für das Geschäftsjahr bis Ende März senkte Toshiba zugleich seine Prognose für den operativen Gewinn auf 1,6 Milliarden Euro.
In den kommenden Jahren will Toshiba massiv in Halbleiter investieren, um zum südkoreanischen Marktführer Samsung aufzuschließen. Zugleich trennte sich Toshiba von Beteiligungen an Toshiba Ceramics und dem Musiklabel Toshiba-EMI Ltd. Seit dem Einstieg beim US-Konzern Westinghouse setzt Toshiba zusätzlich auf Atomenergie.
Schnell drehendes Plattenpreiskarussell
Auch der viertgrößte japanische Elektronikkonzern und Siemens-Partner Fujitsu kämpft mit dem Preisrückgang etwa für Festplatten. Das Unternehmen verdiente operativ mit rund 45 Millionen Euro gut 43 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Der Konzern, der unter anderem das Handelssystem der Tokioter Börse entwickelte, will mit Software-Systemen und IT-Lösungen zurückgehende Erlöse in anderen Bereichen ausgleichen. Zuletzt profitierte Fujitsu davon, dass japanische Finanzunternehmen wieder mehr für IT ausgeben.
Experten zeigten sich zurückhaltend. Die Investoren wollten nun sehen, ob das Unternehmen auf diese Weise Umsatzrückgänge bei Mobiltelefonen, Festplatten und Halbleitern ausgleichen könne, sagte Masayuki Kubota von Daiwa SB Investments. Fujitsu konkurriert mit größeren Firmen wie IBM und Seagate Technology.
(Reuters)
