T-Aktie: Manfred Krug entschuldigt sich

31.01.2007

Der deutsche Schauspieler Manfred Krug hat sich öffentlich bei allen Aktionären für seinen Werbeeinsatz zu Gunsten des anämischen Wertpapiers der Deutschen Telekom entschuldigt. Er bezeichnet seine Teilnahme an der Kampagne als seinen größten beruflichen Fehler.

"Ich entschuldige mich aus tiefstem Herzen bei allen Mitmenschen, die eine von mir empfohlene Aktie gekauft haben und enttäuscht worden sind", sagte der 69-Jährige dem Magazin "stern" nach einem Vorabbericht vom Mittwoch.

"Größter beruflicher Fehler"

Die Werbespots für die Aktie der Deutschen Telekom bezeichnete er als größten beruflichen Fehler. Seine eigenen DT-Aktien besitze er immer noch. "Ich betrachte es als eine Art Selbstbestrafung. Es sind bis heute die einzigen Aktien, die ich selbst gekauft habe". Krug hatte seine Schauspielkarriere vor sechs Jahren beendet.

Treue DT-Aktionäre haben eine Durststrecke hinter sich. Die Aktie notiert derzeit unter dem Ausgabepreis vom November 1996, als sich allein rund 1,9 Millionen Privatanleger die DT-Aktie mit einem kleinen Rabatt zu umgerechnet 14,32 Euro kauften. Mit der Emission der DT-Aktie war der Begriff der "Volksaktie" geprägt worden.

Identifikationsprobleme

Für Aufsehen sorgte vor einigen Jahren ein Brief von Krug an einen enttäuschten Aktionär, der daraufhin das Schriftstück an die deutsche "Bild"-Zeitung weiterleitete. Demnach hatte sich der Anleger bei Krug über die sinkenden Kurse beschwert.

Replik von Krug: Der Aktionär habe ihm nicht geschrieben und sich bedankt, als der Kurs nach oben ging, nun solle er sich nicht über sinkende Dividenden bei ihm ausweinen. Für Unmut sorgte dabei die etwas deftige Wortwahl der Schauspielers.

Positive Nachrichten gab es für die Deutsche Telekom, die über T-Mobile Austria, T-Systems und T-Online auch in Österreich vertreten ist, von der Ratingagentur Moody's. Sie hat ihre Bonitätsbewertung der DT trotz deren jüngster Gewinnwarnung bekräftigt.

Das Rating liege weiterhin bei "A3", teilte Moody's am Mittwoch mit. Diese Einschätzung reflektiere die Tatsache, dass die DT weiterhin ein mit dem Staat verbundenes Unternehmen sei. Die Bundesrepublik ist Großaktionär der DT, die am Sonntag ihre Gewinnziele gesenkt hatte.

(APA)