01.07.2003

SCHLACHT

PeopleSoft-Aktionäre werden bedrängt

PeopleSoft-Aktionäre sollen nach dem Willen des Unternehmens auf eine Oracle-Übernahmeofferte nicht eingehen. In einem offenen Brief forderte PeopleSoft seine Aktionäre am Dienstag dazu auf, ihre PeopleSoft-Aktien nicht Oracle anzubieten.

Eine Übernahme durch Oracle würde sich über Monate hinziehen, argumentierte PeopleSoft. Die Wahrscheinlichkeit sei groß, dass die Wettbewerbsbehörden die Übernahme nicht genehmigten.

Auch sei die künftige Verfügbarkeit der Produkte von PeopleSoft ungewiss. Das Angebot von Oracle gelte zudem nur unter Vorbehalt und könne jederzeit zurückgezogen werden.

"Betreuung für mindestens eine Dekade gesichert"

Oracle wirbt unterdessen in Deutschland um Vertrauen für die geplante Übernahme des Konkurrenten PeopleSoft:

"Die Betreuung der PeopleSoft-Anwendungen ist für mindestens eine Dekade gesichert", sagte Oracle-Deutschland-Chef Rolf Schwirz am Dienstag in München.

Er wolle schon in Kürze auf die PeopleSoft-Kunden zugehen. Die mögliche Übernahme könnte sich allerdings wegen Kartellproblemen deutlich verzögern.

Das US-Justizministerium richtete eine zweite Informationsanforderung an Oracle. PeopleSoft bekräftigte seine Ablehnung der Übernahmeofferte.

Das US-Justizministerium will mit der neuen Anfrage klären, ob eine Übernahme gegen das Kartellrecht verstößt. "Wir waren angesichts der Größe und Reichweite der Transaktion nicht überrascht", erklärte Oracle-Sprecher Jim Finn. Man sei jedoch weiter optimistisch, dass die Übernahme genehmigt werde.