29.06.2003

FLUGHAFEN

Bildquelle: AP

Scanner enthüllt nackte Tatsachen

Ein Scanner, der von der US-Regierung derzeit für den flächendeckenden Einsatz auf Flughäfen getestet wird, enthüllt wesentlich mehr als den meisten Fluggästen recht ist.

Das "Backscatter"-Gerät funktioniert über Röntgenstrahlen, die von der Haut abprallen, und so ein Schwarz-Weiss-Bild der Person erzeugen, die gerade in der Metallkabine gescannt wird. Die Strahlenbelastung soll dabei nicht höher sein, als die durch die Sonne.

Die Kleidung wird dabei nicht angezeigt, stattdessen erscheinen die Fluggäste "nackt" am Bildschirm.

Mit dem Scanner soll eine höhere Sicherheit gewährleistet sein, da derzeit gebräuchliche Magnometer etwa Waffen aus Plastik und viele explosive Substanzen nicht entdecken.

"Fett und nackt"

Susan Hallowell, Leiterin des Sicherheitsbüros der Transportation Security Administration, demonstrierte den neuen Scanner am eigenen Leib. Am Bild sind eine Waffe und eine Bombe zu sehen, die sie unter ihrer Kleidung versteckte. "Man sieht auf dem Monitor zwar richtig fett und nackt aus", gibt Hallowell zu. "Aber man entdeckt eben auch versteckte Waffen."

Angenehmer als Abtasten?

Ein erster Probebetrieb auf dem Flughafen Orlando stieß auf gemischte Reaktionen. Viele Fluggäste fühlten sich äußerst unwohl, während andere es als wesentlich angenehmer als das gebräuchliche Abtasten durch das Sicherheitspersonal empfanden.

Die Behörden planen die Geräte nun mit einer Art elektronischem Feigenblatt zu versehen, sodass intime Körperteile unscharf und der gesamte Körper etwas weniger grafisch dargestellt werden.

Eine andere Möglichkeit wäre die Screener in Extra-Kabinen anzuwenden, damit nur ein Sicherheitsexperte und nicht alle Passagiere die Bilder zu Gesicht bekommen.

Technologie selbst nicht neu

Backscatter-Geräte gibt es seit einigen Jahren zu Preisen zwischen 100.000 und 200.000 USD. Die Maschinen werden derzeit eingesetzt, um Besucher von Gefängnisinsassen oder Arbeiter in Diamantenminen beim Verlassen dieser zu durchsuchen.