27.06.2003

REGULATOR

Bildquelle: RTR

Beschwerden über ADSL-Limits boomen

Wie bereits in den vergangenen Jahren nahm auch 2002 die Zahl der bei der RTR-GmbH eingebrachten Schlichtungsfälle deutlich zu, und zwar um mehr als sieben Prozent von 1.418 [2001] auf 1.528 [2002].

Dieser Trend wird im laufenden Jahr noch verstärkt: Bis zum Stichtag 31. Mai 2003 wurden bei der RTR-GmbH 806 Beschwerden eingebracht, Hochrechnungen lassen einen Anstieg der Verfahren gegen Jahresende auf mehr als 1.900 erwarten, das wäre im Vergleich zum Jahr 2002 ein Anstieg um mehr als 25 Prozent.

Einsprüche zu ADSL-Downloadbeschränkungen

Bei einem großen Teil der bei der Schlichtungsstelle eingebrachten Beschwerden geht es um ADSL-Download-Beschränkungen.

Hier lassen sich zwei Gruppen unterscheiden: Es gibt einerseits Kunden, die grundsätzlich bestreiten, die verrechneten Datenmengen im vorliegenden Ausmaß konsumiert zu haben.

Die zweite Gruppe bezweifelt zwar nicht die angefallenen Datenmengen, sehr wohl aber zusätzlich angefallene Entgelte, die ihrer Ansicht nach nicht vertraglich vereinbart wurden.

In diesen Fällen ist die Art und Weise der Informationen über zusätzlich anfallende Entgelte oft unzureichend: "Die zunehmende Einführung von echten Pauschalprodukten bzw. 'Fair Use'-Produkten könnte auf Kunden- wie Anbieterseite zu einer Entschärfung führen", so RTR- Geschäftsführer Georg Serentschy.

Unbedarfte Kunden

Im Rahmen ihrer Schlichtungstätigkeit sind die Experten der Schlichtungsstelle auch oft mit Anfragen zu den diversen Möglichkeiten des Telefonierens konfrontiert. Unbekannt ist häufig, dass bei Call by Call und Carrier Preselection nicht alle Gespräche über das Netz der alternativen Betreiber geführt werden können oder dass nur marktbeherrschende Betreiber diese Formen des Netzzugangs anbieten müssen.

Mehrwertnummern

Im Berichtszeitraum 2002 wurde aber vor allem ein massives Ansteigen von Beschwerden über Rechnungen festgestellt, bei denen Verbindungen zu zumeist inländischen Mehrwertnummern [0900xx und 0930xx], die via PC-Modem hergestellt worden waren, bestritten wurden. Zu Grunde lagen häufig Dialer-Programme, die Verbindungen zu kostenintensiven Rufnummern aufbauen.

"Das Jahr 2002 stand offensichtlich im Zeichen der Dialer", resümiert Serentschy. "Rund 25 Prozent aller eingebrachten Schlichtungsfälle hatten diese Thematik zum Inhalt, im Jahr 2001 waren es 'nur' zehn Prozent, heuer liegen wir im ersten Halbjahr bereits bei 30 Prozent."

Oft werden Dialer-Programme zu echten Kostenfallen; heruntergeladen und aktiviert werden sie zumeist beim Abfragen von Porno-Seiten. Die für solche Datenverbindungen angefallenen Entgelte - eine Minute kann bis zu 3,63 Euro pro Minute kosten - werden vom Telekom-Betreiber in Rechnung gestellt. "Wir können nicht oft genug vor dem wahllosen Herunterladen von Programmen aus dem Internet warnen, die Beachtung von Sicherheitseinstellungen des Computers und die Einrichtung von Tarifzonensperren empfehlen", so Serentschy und verweist im Übrigen auf die Konsumentenseiten der RTR-Website, die auch wertvolle Informationen zu Dialer-Programmen enthalten.