24.06.2003

ORWELL-TAG

Bildquelle: fap / ORF.at

Datenschützer feiern leise

Die britischen Datenschützer von Privacy International [PI] und anderen Organisationen werden den heutigen 100. Geburtstag George Orwells schlicht begehen.

Tagsüber begibt man sich nach Sutton Courtenay in Berkshire, um an George Orwells Grab einen Toast auf den Mann auszubringen, der "ebenso bedeutend wie inspirierend für uns war", sagte Simon Davies, Direktor von PI.

Am späten Nachmittag wird in Orwells Stammlokal Newman Arms Pub ein weiterer Toast ausgebracht, danach kehrt der Tross aus Datenschützern, Professoren der London School of Economics [LSE] und Journalisten in Orwells bevorzugtem Restaurant daneben ein.

Nach Feiern sei den Datenschützern angesichts der Überwachungswelle in England nicht zu Mute, schreibt Davies. Und so gemütlich, wie es den Anschein habe, werde der Tag nicht werden, es sei nämlich an der Zeit, zu anderen, neuen Maßnahmen zu greifen.

Was der renommierte Datenschützer unter "neuen, kontroversiellen Taktiken" und "aktivem zivilem Ungehorsam" gegen biometrische Methoden in kommenden EU-Pässen wie auch im Alltag versteht, wird Mittwochmittag in der fuZo zu lesen sein.

Vor wenigen Wochen hatten PI und die "Foundation for Information Policy Research" an der LSE eine Studie vorgestellt, die zeigt, welches Ausmaß die automatisierte Kontrolle der Telefonienetze mittlerweile erreicht hat.

Die Big Brother Awards

Parallel zur Überwachung wachsen freilich auch die Proteste dagegen, die von George Orwell inspirierten"Big Brother Awards" [BBA] sind weltweit das bedeutendste einschlägige Event.

Hotspot im MQ ab 19.00 Uhr

In Österreich, wo am 26. Oktober [am Tag, als Orwell "1984" beendete] die BBAs bereits zum fünften Mal vergeben werden, wird der Anlass teils virtuell begangen.

Man trifft sich am Mittwoch ab 19.00 im mittleren Innenhof des Museumsquartiers [rund um den Teich] und loggt sich mit Notebook und WLAN-Card in den "q/spot" ein.