21.06.2003

SERVER

Bildquelle: ORF.at

Sun will aus SCO-Klage Kapital schlagen

Aus dem aktuellen Disput zwischen SCO und IBM versucht nun Konkurrent Sun Microsystems seinen Nutzen zu ziehen.

Der Serverspezialist hat nach eigenen Angaben damit begonnen Kunden zu kontaktieren, die aufgrund der aktuellen Auseinandersetzung "nervös" sind und vom Unix-Derivat AIX, IBMs Stein des Anstoßes für SCO, abkommen wollen. Sun bietet diesen Kunden dann sein eigenes Unix-Betriebssystem Solaris an.

"Nennen sie mich einen Oportunisten, aber das ist eine große Chance für Sun und wir sind schnell und agressiv um sie zu nutzen", so Sun-Chef Scott McNealy.

Daneben hat der Konzern Anzeigen in den Zeitungen "Wall Street Journal" und den "San Jose Mercury News" geschalten.

Sun bietet Solaris an

Sun kontaktiert nach eigenen Angaben eigene Kunden, die auch IBMs AIX nutzen, um diese zu einer Migration auf Suns System überzeugen zu können. Dafür werden spezielle Informationen und Programme angeboten.

"Unsere Verkaufskräfte klopfen an jede Tür eines AIX-Kunden, der zu Suns Solaris migrieren möchte", so McNealy.

Suns Server nutzen teils das hauseigene Solaris oder Linux, das durch SCOs Vorwürfe jedoch mittlerweile auch belastet worden ist.

Der Hersteller habe seine Zahlungen an SCO [bzw. Vorgänger] bereits Anfang der 90er Jahre geleistet und dabei rund 100 Mio. USD für Unix-Lizenzen gezahlt, so McNealy weiter.

Der Grund der Klage

SCO hält nach eigenen Angaben die Rechte an dem Betriebssystem Unix, auf dessen Grundlage IBM AIX entwickelt hat. SCO hat IBM wegen der angeblichen Verwendung von Teilen des Unix-Codes anfänglich auf eine Milliarde USD geklagt.

Darl McBride, Chef der Santa Cruz Operation [SCO] Group, hatte zudem Anfang Mai mit der Behauptung, im Kernel des Linux-Betriebssystems fänden sich einige Zeilen Code, die eins zu eins aus Unix kopiert wurden, für Aufsehen gesorgt.

Danchach hat SCO inzwischen 1.500 Unternehmen, wegen der angeblichen Verletzung von Unix-Rechten abgemahnt.

Servermarkt zurückgegangen

Der Servermarkt ist derzeit rückläufig, der Markt ist im Gegensatz zum Vergleichszeitraum im Vorjahr um 3,6 Prozent gesunken. Suns Einnahmen aus dem Servermarkt sind laut Marktforscher ICD im gleichen Zeitraum um 15,3 Prozent auf 1,35 Milliarden USD zurückgegangen. Damit hält Sun laut IDC derzeit weiterhin den dritten Platz hinter HP und IBM.