Sun will aus SCO-Klage Kapital schlagen
Aus dem aktuellen Disput zwischen SCO und IBM versucht nun Konkurrent Sun Microsystems seinen Nutzen zu ziehen.
Der Serverspezialist hat nach eigenen Angaben damit begonnen Kunden zu kontaktieren, die aufgrund der aktuellen Auseinandersetzung "nervös" sind und vom Unix-Derivat AIX, IBMs Stein des Anstoßes für SCO, abkommen wollen. Sun bietet diesen Kunden dann sein eigenes Unix-Betriebssystem Solaris an.
"Nennen sie mich einen Oportunisten, aber das ist eine große Chance für Sun und wir sind schnell und agressiv um sie zu nutzen", so Sun-Chef Scott McNealy.
Daneben hat der Konzern Anzeigen in den Zeitungen "Wall Street Journal" und den "San Jose Mercury News" geschalten.
"Unglücklicherweise haben unsere Freunde in Blau [von IBM aka Big Blue] ein Problem mit Lizenzverträgen, das sehr teuer für Jeden werden könnte, der AIX benutzt. Glücklicherweise kann Sun helfen", so der text der Annonce.
SunSun bietet Solaris an
Sun kontaktiert nach eigenen Angaben eigene Kunden, die auch IBMs AIX nutzen, um diese zu einer Migration auf Suns System überzeugen zu können. Dafür werden spezielle Informationen und Programme angeboten.
"Unsere Verkaufskräfte klopfen an jede Tür eines AIX-Kunden, der zu Suns Solaris migrieren möchte", so McNealy.
Suns Server nutzen teils das hauseigene Solaris oder Linux, das durch SCOs Vorwürfe jedoch mittlerweile auch belastet worden ist.
Der Hersteller habe seine Zahlungen an SCO [bzw. Vorgänger] bereits Anfang der 90er Jahre geleistet und dabei rund 100 Mio. USD für Unix-Lizenzen gezahlt, so McNealy weiter.
SCO vs. IBM
SCO hat IBM Anfang der Woche mit sofortiger Wirkung die Lizenz
für die Nutzung und den Vertrieb des Unix-Derivats AIX entzogen.
Weiters wurden die Schadensersatzforderungen gegen IBM auf drei
Milliarden USD erhöht.
SCO entzieht IBM die Unix-LizenzDer Grund der Klage
SCO hält nach eigenen Angaben die Rechte an dem Betriebssystem Unix, auf dessen Grundlage IBM AIX entwickelt hat. SCO hat IBM wegen der angeblichen Verwendung von Teilen des Unix-Codes anfänglich auf eine Milliarde USD geklagt.
Darl McBride, Chef der Santa Cruz Operation [SCO] Group, hatte zudem Anfang Mai mit der Behauptung, im Kernel des Linux-Betriebssystems fänden sich einige Zeilen Code, die eins zu eins aus Unix kopiert wurden, für Aufsehen gesorgt.
Danchach hat SCO inzwischen 1.500 Unternehmen, wegen der angeblichen Verletzung von Unix-Rechten abgemahnt.
Servermarkt zurückgegangen
Der Servermarkt ist derzeit rückläufig, der Markt ist im Gegensatz zum Vergleichszeitraum im Vorjahr um 3,6 Prozent gesunken. Suns Einnahmen aus dem Servermarkt sind laut Marktforscher ICD im gleichen Zeitraum um 15,3 Prozent auf 1,35 Milliarden USD zurückgegangen. Damit hält Sun laut IDC derzeit weiterhin den dritten Platz hinter HP und IBM.
