Oracle und PeopleSoft im harten Clinch
Die Schlacht um die angestrebte feindliche Übernahme zwischen Oracle und PeopleSoft wird immer härter. Die Unternehmen fechten ihren Streit nicht nur vor mehreren Gerichten aus, sondern kämpfen nun auch in ganzseitigen Anzeigen in großen US-Tageszeitungen um die Gunst der Aktionäre und der Kunden.
"Lasst euch vom Verwaltungsrat nicht eure Wahl wegnehmen", wandte sich Oracle am Montag in riesigen Zeitungsanzeigen direkt an die PeopleSoft-Aktionäre. "Bargeld von Oracle" statt einer "unsichere Zukunft mit dem gegenwärtigen Management", hieß der Oracle-Anreißer.
Wiederholt verwies Oracle-Chef Larry Ellison auf den in den letzten Jahren stark gefallenen PeopleSoft-Aktienkurs und die schrumpfenden Neulizenz-Einnahmen.
Oracle hatte in einem feindlichen Übernahmeangebot vergangene Woche 5,1 Milliarden USD [4,4 Mrd Euro] oder 16 USD je Aktie für PeopleSoft geboten. Neben vielen Spekulationen über die Motive des Übernahmeangebots vermuteten Branchenkenner auch, dass Oracle damit die geplante Fusion von PeopleSoft und dem Softwareunternehmen J.D. Edwards verhindern wollte.
PeopleSoft verklagt OracleClinch mit dem Ex-Chef
PeopleSoft-Chef Craig A. Conway, selbst ehemaliger Oracle- Mitarbeiter, warf Oracle seinerseits am Montag in ganzseitigen Zeitungsanzeigen vor, mit der feindlichen Übernahme nur die Vernichtung von PeopleSoft als starken Konkurrenten zu bezwecken.
Oracle wolle sämtliche PeopleSoft-Produkte aufgeben und die Kunden zwingen, sich auf Anwendungs- und Datenbank-Software von Oracle umzustellen.
An die eigenen Kunden plädierte Conway, die Gesellschaft mit geplanten Käufen in diesem Monat zu unterstützen. Sein Unternehmen werde die angestrebte Fusion mit J.D. Edwards "zuversichtlich fortsetzen", sagte Conway.
