User-Videos für Werbung wenig attraktiv

YouTube & Co.
16.01.2007

Die Nutzerzahlen von Online-Videoportalen mit anwendergenerierten Inhalten steigen rasant. Die Werbeeinnahmen bleiben jedoch bescheiden.

Im vergangenen Jahr betrug der Anteil von Sites wie YouTube und MySpace bereits 47 Prozent des gesamten Online-Videomarkts der USA.

Bis 2010 soll der Marktanteil von Anbietern nutzergenerierter Inhalte auf 55 Prozent oder 44 Milliarden Videostreams steigen, teilte das Londoner Marktforschungsunternehmen Screen Digest in einer Aussendung mit.

Werbeeinnahmen bescheiden

Laut einer aktuellen Studie des Marktforschungsunternehmens sollen die Werbeeinnahmen aus nutzergenerierten Online-Videos in den USA von 200 Millionen Dollar im vergangenen Jahr auf 850 Millionen Dollar im Jahr 2010 wachsen.

Das seien jedoch lediglich 15 Prozent der gesamten Werbeeinnahmen auf dem US-Online-Videomarkt, schrieben die Marktforscher.

"Langweilig und sperrig"

Viele der nutzergenerierten Produktionen seien langweilig, sperrig oder brutal und für die Werbung daher nicht besonders attraktiv, meinten Marktbeobachter. Dennoch werden die Werbeeinnahmen auch in Zukunft die Haupteinnahmequelle der Videoplattformen bleiben, prognostizierte die Screen-Digest-Studie.

Neue Einnahmequellen notwendig

Um jedoch langfristig Gewinne zu schreiben, müssten die Plattformen auch andere Einnahmequellen erschließen. Das könne von der Lizenzierung von Inhalten und Technologie bis hin zu Abonnement-Modellen für professionelle Inhalte reichen, sagte Arash Amel, der Autor der Studie.

Bisher habe noch keine Plattform einen Weg gefunden, wie mit nutzergenerierten Online-Videos Geld verdient werden kann, meinte Amel.

Lokalisierte Angebote

Für den europäischen Markt erwartet Amel in den kommenden Jahren sowohl lokalisierte Versionen von Branchengrößen wie YouTube als auch ein starkes Wachstum regionaler Sites wie Dailymotion und MyVideo.de.

Der Dachverband der Europäischen Verwertungsgesellschaften [BIEM] hat am Dienstag angekündigt, künftig konzertiert gegen Urheberrechtsverletzungen auf Online-Videoplattformen und Social-Networking-Sites vorgehen zu wollen.