T-Mobile-Kunden werden schneller untreu
Die US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom hat in den vergangenen Quartalen ihren Wettbewerbern Marktanteile abgenommen. Bei der Bindung der Kunden ist T-Mobile USA jedoch weniger erfolgreich als die Konkurrenz.
Aus jüngsten Daten des zum Informations- und Kommunikationskonzern Reuters gehörenden US-Marktforschungs- und Beratungsunternehmens The Yankee Group geht hervor, dass die Kunden von T-Mobile USA deutlich häufiger kündigen als die Nutzer von Konkurrenznetzen.
So blieben die Kunden T-Mobile USA zuletzt im Schnitt nur 33 Monate treu, während der erfolgreichste Konkurrent seine Kunden im Schnitt 53 Monate an sich binden konnte. Wegen der hohen Kündigungsbereitschaft der Nutzer erleidet T-Mobile USA Einbußen bei der Rentabilität.
Von den sechs US-Mobilfunkfirmen mit landesweiten Netz-Lizenzen ist T-Mobile USA der kleinste und unprofitabelste Anbieter. Das zur Jahresmitte 2001 von der Deutschen Telekom für rund 40 Milliarden USD überwiegend für eigene Aktien erworbene Unternehmen zählte zuletzt 10,8 Millionen Kunden. Im ersten Vierteljahr begrüßte T-Mobile insgesamt 1,855 Millionen neue Kunden, jedoch kündigten im gleichen Zeitraum rund 934.000 Nutzer. Der Netto-Zuwachs betrug damit 921.000 Kunden.
T-Mobile USA mit neuem ChefUrsachen
"Die geringen Preise für die Mobilfunknutzung [von T-Mobile USA] sind attraktiv für die Kunden, das verhältnismäßig kleinere Netz ist jedoch ein Grund für einen Wechsel zu einem anderen Anbieter", begründete Roger Entner, Mobilfunkanalyst bei The Yankee Group die hohe Kündigungsrate bei T-Mobile USA.
Den jüngsten Marktdaten für das erste Quartal 2003 zufolge lag der Anteil der Kündigungen von T-Mobile USA am Gesamtkundenbestand bei insgesamt bei drei Prozent. Damit liegt die Telekom-Tochter weiterhin deutlich über dem Marktdurchschnitt von 2,4 Prozent.
US-Mobilfunkmarktführer Verizon Wireless weist beispielsweise eine Kündigungsquote von 2,1 Prozent auf, der nächstgrößere Konkurrent von T-Mobile USA, Nextel, kommt sogar auf nur 1,9 Prozent Abschaltungen.
Noch deutlicher wird die vergleichsweise geringere Bindung der Kunden an T-Mobile USA, wenn all jene Kunden nicht berücksichtigt werden, die während der Vertragsdauer von einem Jahr ihren Mobilfunkvertrag ohnehin nicht kündigen können. Dann beträgt die Rate der ausgeschiedenen Kunden im ersten Quartal bei T-Mobile USA laut Yankee Group sogar neun Prozent. Das ist mehr als als doppelt so hoch wie der Marktdurchschnitt, wo sich die Kündigungsrate abzüglich der Jahreskunden auf 4,1 Prozent beläuft. Allerdings hat T-Mobile USA die systemische Kündigungsrate in den zurückliegenden Quartalen deutlich senken können. Ihren Höhepunkt hatte diese Kündigungsquote im dritten Quartal 2001 mit 17,2 Prozent erreicht. Seitdem sinkt sie kontinuierlich.
