Keine Entscheidung über TA-Verkauf
Bei der Sitzung des Aufsichtsrats der ÖIAG am Freitag wurde das Privatisierungsprogramm zwar abgesegnet, eine Entscheidung über die Form der Privatisierung der Telekom Austria fiel jedoch nicht.
Die Privatisierungskonzepte für die TA und Böhler-Uddeholm wurden dem Privatisierungsausschuss des ÖIAG-Aufsichtsrates zur Prüfung zugewiesen. Das hatten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat verlangt.
Bis dahin sollen die Unterlagen detailliert werden, hieß es. Damit kann es bis 10. Juli zu keinem weiteren Verkauf bei der Telekom Austria kommen, da für diesen Tag erst wieder die nächste ÖIAG-Aufsichtsratssitzung, zusammen mit der Hauptversammlung, anberaumt ist.
Verkaufsszenario eins
Bei der TA, an der die ÖIAG noch etwas mehr als 47 Prozent hält,
gibt es drei Szenarien: erstens den Totalverkauf der ÖIAG-Anteile -
als Interessent im Gespräch stand zuletzt die Schweizer Swisscom,
mit diesem Unternehmen gab es zuletzt die intensivsten Gespräche.
Was Swisscom für die TA zahlen könnteSzenarien zwei und drei
Das zweite Verkaufsszenario betrifft den Verkauf von je fünf Prozent der Anteile von ÖIAG und Telecom Italia über die Börse.
Und drittens: der Verkauf aller Anteile der Italiener, das sind noch 14,8 Prozent sowie ein entsprechendes ÖIAG-Paket - ebenfalls über die Börse.
Die Gewerkschaft hat sich bisher gegen einen Verkauf der Unternehmen ausgesprochen und am Freitag auch eine Demonstration vor dem ÖIAG-Büro in Wien veranstaltet.
Gute Aussichten für Telekom AustriaDie Kritik am Verkauf
Etwa 50 Abgeordnete der Gewerkschaft Post und Telekom haben am Vormittag die ÖIAG-Aufsichtsräte mit Trillerpfeifen und Transparenten begrüßt. "Die Regierung arbeitet am Ausverkauf der österreichischen Betriebe ans Ausland." Erich Huhndorf, oberster Personalvertreter der TA: "Für unsere Kinder bleibt dann der Zentralfriedhof, das Riesenrad und die Stefanskirche." Nennenswerte Industrie oder Infrastruktur sei "ans Ausland verscherbelt, um kurzfristig Löcher zu stopfen".
Heftige Kritik an den Privatisierungsplänen der Regierung kam auch von der SPÖ . SPÖ-Wirtschaftssprecher Hans Moser sprach von "wirtschaftspolitischem Vandalismus" und drohte mit einer "Ministerklage wegen Gesetzesverletzung".
