SAP nutzt Verunsicherung durch Oracle
Die SAP AG macht sich die Verunsicherung rund um das Oracle-Übernahmeangebot an Peoplesoft zunutze und hat am Dienstag eine Verkaufskampagne gestartet.
SAP wolle Kunden von Peoplesoft und J.D. Edwards & Co abwerben, schreibt das "Wall Street Journal Europe" [WSJE]. SAP-Vorstandsmitglied Leo Apotheker sagte der Zeitung, die SAP-Vertriebskollegen hätten damit begonnen, Kontakt zu Kunden von J.D. Edwards und Peoplesoft aufzunehmen.
Wie ein SAP-Sprecher mitteilte, soll ab Ende dieser Woche zudem eine weltweite Anzeigenkampagne gestartet werden.
Oracle bietet 5,1 Mrd. USD für Peoplesoft
Oracle hatte am Freitag eine Offerte über 5,1 Mrd. USD in bar für
Peoplesoft vorgelegt. Nur wenige Tage zuvor hatte PeopleSoft eine
Übernahme von J.D. Edwards für 1,7 Milliarden USD bekannt gegeben.
Oracle-Angriff erschüttert BrancheSAP profitiert von Ungewissheit
"Sie erhalten eine sehr attraktive Offerte, die einige von ihnen oder alle zum ernsthaften Nachdenken über die SAP-Alternative bewegen wird", wird Apotheker zitiert.
Peoplesoft hatte in der vergangenen Woche angekündigt, man werde den Abstand zum Marktführer SAP bei Unternehmens-Software weiter verringern. Die Akquisition von J.D. Edwards sei ein großer Schritt nach vorne und sichere weltweit die klare Position Zwei.
Analysten von Sal. Oppenheim schätzen zwar, dass Oracle die Übernahme von Peoplesoft nicht gelingen, SAP aber auf jeden Fall vom Trubel bei der Konkurrenz profitieren wird. Und sollte Oracle Erfolg haben, dürfte die Ungewissheit über eine Änderung der Produktlinien Neukunden eher zu SAP treiben.
