07.06.2003

IN THE WILD

Bildquelle: Photodisc

Wurm "Bugbear" zielt auf Banken ab

Der vor kurzem aufgetauchte E-Mail-Wurm "Bugbear.B" dürfte weitaus aggressiver sein als bisher angenommen.

Alle Virenhersteller warnen vor dem sich rasant ausbreitenden Wurm mit einer weitaus schnelleren Verbreitung als Klez, der voriges Jahr die Virenliste anführte. Bugbear verbreitet sich dabei über E-Mail aber auch über gemeinsame Netzwerkressourcen.

Bisher konnte sich der Wurm in über 164 Ländern verbreiten und hat dabei auch schon Schaden angerichtet. Eines der prominentesten Opfer ist die Stanford Universität.

Domainnamen von Finanzinstituten

Neben dem Verschicken von Office-Dokumenten hat der Wurm noch weitere Taktiken auf Lager: So soll er Netzwerkdrucker zur Überfunktion mit sinnlosen Daten führen, versuchen Antivirenprogramme sowie Firewalls abzuschalten und einen Keylogger beinhalten, der vertrauliche Informationen aufzeichnen kann.

Laut Virensoftwarehersteller Symantec soll der Wurm zudem eine Liste von rund 500 Domainnamen von Finanzinstituten aus der ganzen Welt mit sich führen. Sollte der Virus sich innerhalb einer dieser Domains entfalten können, soll er versuchen mit dem Virenautor Kontakt aufzunehmen.

Dazu nutzt er eine Back-Door-Funktion. Sollte keine Netzwerverbindung vorhanden sein, soll der Wurm ein Modem suchen, dieses aktivieren und versuchen hinauszuwählen.

"Soziale Taktik"

Laut Virensoftwarehersteller McAfee sind große Firmen von dieser Taktik voraussichtlich wenig betroffen, für kleinere Firmen in weniger technisierten Ländern könnte diese Funktion jedoch bedeutsam werden.

Der Wurm soll sich zudem eine besondere Taktik für die "Kommunikation" zunutze machen: Er "anwortet" auf gerade eingangene E-Mails mit einer infizierten Mail und nutzt damit die Erwartungshaltung des Empfängers aus, die nicht damit rechnen in dem Moment einen Virus geschickt zu bekommen.

Der Wurm sucht sich zudem wahllos E-Mail-Adressen aus befallenen Systemen aber auch aus dem Internet zusammen und nutzt diese sowohl als Ziel- als auch als Absenderadressen. Das kann dazu führen, dass auch Firmen und Personen von nicht infizierten Systemen als Absender eine Virenmails klassifiziert werden.