05.06.2003

KRYPTOGRAPHIE

Bildquelle: fuZo

Quantensprung bei sicherer Kodierung

Schon innerhalb der nächsten drei Jahre könnten Unternehmen Quanten-Verschlüsselungsverfahren zum Schutz sensibler Nachrichten einsetzen.

Laut britischen Forschern steht die auf Laserlicht basierende Kryptographie-Methode kurz vor der Serienreife. Die Informationen werden dabei mit Photonen verschlüsselt.

In dieser Woche demonstrierten die Wissenschaftler ihr System über Glasfaserkabel von 100 Kilometer Länge.

Verteilung von kryptographischen Schlüsseln

Ein sicherer Kommunikationsweg ist gerade für Unternehmen, die immer mehr Geschäfte über das Internet abwickeln, enorm wichtig.

Bei der neuen Quantenmethode werden die Eigenschaften von Photonen genutzt, um einzelne Informationsteile darzustellen. "Der Versender schickt die Photonen in einem bestimmten Zustand, der festlegt, ob es Bit 1 oder Bit 0 ist," erklärt Andrew Shields, Leiter der Quantum Information Group des Toshiba Cambridge Lab.

Das von Toshiba entwickelte System kann bis zu zwei Kilobit an Daten pro Sekunde in Photonen umwandeln.

Nicht ganze Nachrichten, sondern die geheimen Schlüssel zum En- und Dekodieren sollen mit der Methode gegen unerwünschtes Auslesen geschützt werden.

Die Verteilung des Schlüssels zum Entziffern einer Nachricht war bisher immer die größte Schwachstelle bei der sicheren Datenübertragung.

Unbemerktes Auslesen unmöglich

Ein unbemerktes Auslesen der mit Quanten-Kryptographie versandten Schlüssel ist nicht möglich, da schon jeglicher Versuch ein Photon unweigerlich verändern würde. Es wäre also offensichtlich, dass die Information von jemandem, für den sie nicht bestimmt war, gelesen wurde.

Doch da die Photonen sehr empfindlich sind, bedeutet das auch, dass diese Verschlüsselungsart nur über relativ kurze Glasfaserdistanzen funktioniert.

Die nun erreichte Übertragung über 100 Kilometer reicht aber aus, um urbane Gebiete wie London und Tokio zu erschließen. Erste Kunden sollen Finanzkonzerne werden, die eine sichere Kommunikation zwischen ihren Büros benötigen. Kommerzielle Produkte sollen in den nächsten drei Jahren bereit stehen.