Quantensprung bei sicherer Kodierung
Schon innerhalb der nächsten drei Jahre könnten Unternehmen Quanten-Verschlüsselungsverfahren zum Schutz sensibler Nachrichten einsetzen.
Laut britischen Forschern steht die auf Laserlicht basierende Kryptographie-Methode kurz vor der Serienreife. Die Informationen werden dabei mit Photonen verschlüsselt.
In dieser Woche demonstrierten die Wissenschaftler ihr System über Glasfaserkabel von 100 Kilometer Länge.
Sichere Kommunikation für Unternehmen
Derzeitige Verschlüsselungs-Algorithmen schützen sensible
Informationen auf simplem mathematischen Weg, sodass die Berechnung
des Schlüssels möglichst lange dauert.
Quantenphysik für sichere VerschlüsselungVerteilung von kryptographischen Schlüsseln
Ein sicherer Kommunikationsweg ist gerade für Unternehmen, die immer mehr Geschäfte über das Internet abwickeln, enorm wichtig.
Bei der neuen Quantenmethode werden die Eigenschaften von Photonen genutzt, um einzelne Informationsteile darzustellen. "Der Versender schickt die Photonen in einem bestimmten Zustand, der festlegt, ob es Bit 1 oder Bit 0 ist," erklärt Andrew Shields, Leiter der Quantum Information Group des Toshiba Cambridge Lab.
Das von Toshiba entwickelte System kann bis zu zwei Kilobit an Daten pro Sekunde in Photonen umwandeln.
Nicht ganze Nachrichten, sondern die geheimen Schlüssel zum En- und Dekodieren sollen mit der Methode gegen unerwünschtes Auslesen geschützt werden.
Die Verteilung des Schlüssels zum Entziffern einer Nachricht war bisher immer die größte Schwachstelle bei der sicheren Datenübertragung.
US-Forscher beschleunigen Datentransferrate
Auch die US-Forscher der Northwestern University arbeiten an der
Optimierung von Quanten-Verschlüsselungsverfahren. Sie wollen die
Datentransferrate in einem ersten Schritt auf 250 MBit/s, in einem
zweiten Schritt sogar auf 2,5 GBit/s steigern.
Schnellere Quanten-VerschlüsselungUnbemerktes Auslesen unmöglich
Ein unbemerktes Auslesen der mit Quanten-Kryptographie versandten Schlüssel ist nicht möglich, da schon jeglicher Versuch ein Photon unweigerlich verändern würde. Es wäre also offensichtlich, dass die Information von jemandem, für den sie nicht bestimmt war, gelesen wurde.
Doch da die Photonen sehr empfindlich sind, bedeutet das auch, dass diese Verschlüsselungsart nur über relativ kurze Glasfaserdistanzen funktioniert.
Die nun erreichte Übertragung über 100 Kilometer reicht aber aus, um urbane Gebiete wie London und Tokio zu erschließen. Erste Kunden sollen Finanzkonzerne werden, die eine sichere Kommunikation zwischen ihren Büros benötigen. Kommerzielle Produkte sollen in den nächsten drei Jahren bereit stehen.
