Filmbewertung: Netflix-Preis verliehen
Eine Million Dollar für Forscherteam mit steirischer Beteiligung
Im Oktober 2006 hat das US-Unternehmen Netflix einen Preis ausgeschrieben, um das Empfehlungssystem seines Online-Videoverleihservices um zehn Prozent zu verbessern. Der Online-DVD-Verleiher bietet auf seiner Plattform ein Bewertungssystem für Filme an, mit dem Kunden ihre Zufriedenheit mit den ausgeliehenen Filmen bekanntgeben können. Anhand dessen kann Netflix den einzelnen Besuchern neue, auf den persönlichen Geschmack zugeschnittene Filme empfehlen.
Eine Gruppe von internationalen Forschern mit österreichischer Beteiligung nahm diese Hürde erfolgreich. Das Preisgeld: eine Million US-Dollar. Am Montag wurden die Sieger in New York offiziell mit dem Preis ausgezeichnet.
Netflix ist ein Online-DVD-Verleiher aus den USA, der seit 1997 DVDs und Blu-ray Discs zum Verleih anbietet.
Knapp 51.000 Teams aus 186 Ländern hatten versucht, die Zehnprozenthürde zu knacken, bis letztlich zwei Forschungsteams, die aus internationalen Kollaborationen hervorgegangen waren, übrig blieben: "Ensemble" und "BellKor's Pragmatic Chaos".
Steirische Forscher im Siegerteam
Bei der Kollaboration "BellKor's Pragmatic Chaos", die den Netflix-Preis am Montag entgegennehmen konnte, ist auch ein österreichisches Team dabei. Andreas Toscher und Michael Jahrer von Commendo aus der Steiermark spezialisierten sich während des Wettbewerbs auf die Verbesserung von Empfehlungssystemen. Die beiden waren von Anfang an dabei.
Bei "BellKor's Pragmatic Chaos" arbeiteten außerdem Wissenschaftler aus der Forschungsabteilung für Statistik von AT&T, Elektro- und Software-Ingenieure aus Montreal sowie ein Forscher von Yahoo Research aus Israel mit.
Neuer Netflix-Wettbewerb
Das österreichische Team zeigte sich mit seiner Arbeit sehr zufrieden: "Uns hat das forschungsmäßig sehr viel gebracht. Sonst hat man immer das Problem, dass die Ergebnisse schwer vergleichbar sind", sagte Toscher. Commendo wird das Geld in weitere Forschungsarbeiten stecken.
Netflix plant unterdessen bereits einen weiteren Wettbewerb. Dieser soll neben den Personen, die regelmäßig die gesehenen Filme bewerten, auch die Personen beinhalten, die das nicht tun.
(futurezone/AP)
