Ex-Vorstände bieten Siemens Schadenersatz an

DEUTSCHLAND
28.08.2009

Im Rahmen der Korruptionsaffäre bei Siemens haben drei ehemalige Vorstandsmitglieder einen Vergleich angeboten: Pro Person soll jeweils eine halbe Million Euro Schadenersatz an das Unternehmen gehen.

Die Ex-Manager Klaus Wucherer, Rudi Lamprecht und Edward Krubasik seien bereit, jeweils eine halbe Million Euro an den Konzern zu zahlen, teilte Siemens am Freitag mit.

"Siemens und die ehemaligen Vorstandsmitglieder wollen langjährige Streitigkeiten über die geltend gemachten Ansprüche vermeiden und zu einer einvernehmlichen Regelung kommen", hieß es in einer Unternehmensmitteilung.

Vergleich muss noch abgesegnet werden

Die Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verletzung der Aufsichtspflicht seien eingestellt worden, zitierte das Unternehmen die einstigen Vorstände. Über den Vergleich, der für November angepeilt wird, müssen noch Aufsichtsrat und Hauptversammlung entscheiden.

Eine Einigung mit den prominenteren Ex-Mitgliedern des Vorstands wie Heinrich von Pierer und Klaus Kleinfeld steht allerdings weiter aus. Die Gespräche mit den übrigen Ex-Managern dauerten an. Das Unternehmen erwarte bald auch hier eine Einigung, hieß es.

Teure Aufarbeitung

Der größte Korruptionsskandal der deutschen Wirtschaftsgeschichte hatte den Elektrokonzern in seine bisher tiefste Krise gestürzt. In einem beispiellosen Rundumschlag hatte Siemens im vergangenen Sommer mit seiner früheren Führungsspitze abgerechnet und ihnen die Verletzung von Organisations- und Aufsichtspflichten vorgeworfen. Jahrelang sollen bei dem Konzern Schmiergeldzahlungen in aller Welt gang und gäbe gewesen sein, um an lukrative Aufträge zu kommen.

Von elf Top-Managern verlangte der Konzern deshalb Schadenersatz in Millionenhöhe. Ins Rollen gekommen war der Skandal im November 2006 mit einer Großrazzia der Staatsanwaltschaft München, seither hat die Aufarbeitung Siemens schon 2,5 Milliarden Euro gekostet - inklusive Strafzahlungen, Anwalts- und Beraterkosten sowie Gewinnabschöpfung und Steuernachzahlungen.

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(Reuters)