CSS-Kopierschutz für den Hausgebrauch

04.01.2007

Mit Qflix will der Software-Entwickler Sonic den Verschlüsselungsstandard CSS [Content Scrambling System] nun auch für selbst gebrannte DVDs vorantreiben. Damit sollen die Studios animiert werden, mehr Filme zum Download anzubieten.

Bisher haben die Studios eher gezögert, ihre Filme auch im Netz zum Kauf anzubieten.

Zu groß war die Angst, dass die Filme ohne großes Zutun und vor allem ohne Zustimmung der Rechteinhaber verbreitet werden könnten.

"Download to burn"

Mit Qflix nun sollen die Studios umgestimmt werden. Sonic hat rund drei Jahre an der Entwicklung des "Download to burn"-Features und der Zustimmung der Studios zu einer entsprechenden erweiterten Lizenzbedingung gearbeitet.

Die Idee ist, dass mit Qflix die CSS-Verschlüsselung nicht nur bei Kauf-DVDs eingesetzt werden kann, sondern auch im "Hausgebrauch". Daneben unterstützt Qflix auch Macrovisions Ripguard und APC, die das Rippen und analoge Kopieren von DVDs verhindern sollen.

Bisherige Angebote wie etwa etwa In2movies bieten zwar Filme zum Download und auch zum Brennen auf DVD an, allerdings können diese DVDs nur im PC abgespielt werden.

Kopierschutz für zuhause

Das System soll unter anderem an Kiosken eingesetzt werden, bei denen Kunden den gewünschten Inhalt selbst wählen und auf DVD brennen können. Das Brennen einer DVD soll zwischen zehn bis 15 Minuten dauern.

Daneben sollen die Nutzer auch zuhause ihre Downloads auf DVD brennen können - allerdings mit von den Studios genau festgelegten Restriktionen und mit CSS verschlüsselt.

Qflix wird zu Beginn von Verbatim, Hersteller von beschreibbaren Medien, Plextor, dem US-Downloadservice Movielink, dem Video-on-Demand-Anbieter Akimba und der Einzelhandelskette Walgreen unterstützt.

Neue Hardware und neue Medien

Das Verschlüsselungsverfahren CSS, das auf vielen Kauf-DVDs integriert ist, wird von den meisten Studios, TV-Anstalten und auch von bereits vorhandener Hardware unterstützt.

Qflix, mit der erweiterten Option "Download to Burn" erfordert hingegen neue Hardware, um die Verschlüssellung auch auf die Medien zu bringen - nicht nur bei Brennern, auch die Medien selbst müssen Qflix-zertifiziert sein.

Das soll mit einem eigenen Logo angezeigt werden. Die meisten Player hingegen sollen weiter nutzbar sein.

Für den Hausgebrauch könnten also durchaus neue Investitionen anstehen - vorausgesetzt, der Kunde will seine Film-Downloads auf ein Medium brennen.

Warner sei erfreut und ermutigt durch Sonics Qflix, das den Bedarf nach einer industrieweiten einheitlichen Schutz anspreche, so ein Sprecher von Warner.

(futurezone | AP)