Sprint übernimmt Virgin Mobile USA

KONZERNE
28.07.2009

Volumen: 483 Millionen US-Dollar

Der US-Mobilfunker Sprint Nextel will den kleineren Prepaid-Anbieter Virgin Mobile in den USA schlucken. "Das Prepaid-Geschäft wächst mit einer beispiellosen Geschwindigkeit", begründete Sprint-Chef Dan Hesse am Dienstag die Übernahme. Sprint baue damit seine Position in dem Segment aus, da sich beide Angebote ergänzten. Sprint Nextel ist derzeit mit rund 50 Millionen Kunden die Nummer drei auf den US-Mobilfunkmarkt.

Virgin Mobile kommt eigenen Angaben zufolge in den USA auf fünf Millionen Kunden. Der Mobilfunkbetreiber ist Teil der britischen Virgin Group des Milliardärs Richard Branson. Zu dessen Imperium gehören auch Unternehmen aus der Medienbranche, Tourismus oder Finanzdienstleistungen.

Vereinbarung für freie Aktionäre

Im Rahmen der nun geschlossenen Vereinbarung erhalten die freien Aktionäre von Virgin Mobile für jeden eigenen Titel Sprint-Aktien im Wert von 5,50 Dollar - das entspricht einem Aufschlag von rund 30 Prozent auf den Schlusskurs am Montag. Rund 43 Prozent der Virgin-Aktien befinden sich derzeit im Streubesitz. Die Stammaktionäre Virgin Group und SK Telecom erhalten Aktien zu einem ähnlichen Umtauschverhältnis. Vorzugsaktionäre bekommen Sprint-Aktien im Wert von 8,50 Dollar. Den bereits bestehenden 13-Prozent-Anteil von Sprint eingerechnet, werde der Wettbewerber insgesamt mit 483 Millionen Dollar (339 Mio. Euro) bewertet.

Auch Schulden werden übernommen

Außerdem übernimmt Sprint auch die Schulden von Virgin Mobile. Diese sollen nach Sprint-Einschätzung bis Ende September einen Betrag von 205 Millionen Dollar nicht übersteigen. Für die Marke Virgin Mobile USA bezahlt Sprint der Virgin Group zunächst 12,7 Millionen Dollar bis 2021. Die Aktien von Virgin Mobile sprangen im frühen Handel um knapp 25 Prozent hoch.

(AP/APA/dpa)