GameCube vom Aussterben bedroht
Der japanische Spielehersteller Nintendo muss schleunigst eine neue Strategie finden, um den schleppenden Verkauf des Gamecubes anzukurbeln oder die hauseigene Konsole gar vor dem Aussterben zu retten.
Diese Warnung sprachen die Analysten von BNP Paribas nach Bekanntwerden der schlechten Ergebnisse des Geschäftsjahrs 2002 aus.
Nintendo verkaufte 2002 knapp 5,8 Mio. Gamecube-Konsolen und verfehlte damit klar sein eigenes Ziel von 10 Mio. verkauften Einheiten.
Nettogewinn fiel um knapp 37 Prozent
Nintendo hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Nettogewinn von
491 Mio. Euro erzielt. Der Umsatz liegt bei 3,7 Mrd. Euro. Demnach
fiel der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahr um 36,8 Prozent; das
Umsatzminus fällt mit 9,1 Prozent moderater aus.
Nintendo bestätigt miserable Zahlen"Mario Kart" soll GameCube retten
"Die Verkäufe waren enttäuschend und es liegt daran, dass wir einfach zu wenig Spielehits veröffentlicht haben," gibt Shelley Friend, Nintendo PR-Leiterin für Europa, zu.
Zwar konnten die zwei wichtigsten Titel, "Metroid Prime" und "The Legend of Zelda: The Wind Waker", die Verkaufszahlen noch Anfang des Jahres vorantreiben, ein neuer Kassenschlager blieb trotz eines umfassenden Softwareangebots, das auch Spiele von Drittherstellern wie Namco, Square und Electronic Arts einschließt, aber aus.
Dies soll sich spätestens mit dem Erscheinen der "Mario Kart"-Serie für den Gamecube Ende 2003 ändern.
"'Mario Kart: Double Dash' wird ganz groß rauskommen," so Friend. "Bis zu acht Spieler können gemeinsam spielen. In jedem Kart haben zwei Charaktere Platz, einer fährt und der andere versucht mit diversen Gegenständen die Gegner von der Strecke zu jagen. Auch ein Platzwechsel während der Fahrt ist möglich."
140 Millionen Gameboys weltweit
Einzig auf dem mobilen Spielemarkt hat Nintendo mit 140 Mio.
verkauften Gameboys weltweit nach wie vor die klare
Marktvorherrschaft. Doch die Konkurrenz plant mit neuen
Spiele-Handhelds wie dem N-Gage von Nokia oder Sonys PlayStation
Portable schon den Angriff auf die mobile Spielewelt.
Sonys Spiele werden mobilKeine Online-Offensive geplant
Im Gegensatz zu den Konkurrenten Microsoft [Xbox] und Sony [Playstation] setzt Nintendo nicht auf den neuen Trend zu Online-Games.
"Wir schauen uns erst einmal an, wie es bei den anderen so läuft. Es macht momentan noch keinen wirtschaftlichen Sinn," erklärt Friend. "Was wir suchen, ist ein einzigartiges Feature, das zum Gameplay hinzukommt und neuen Spaß bringt. Im Online-Gaming sehen wir dies nicht erfüllt."
"Wir glauben, dass es derzeit noch wesentlich netter ist mit Freunden zu spielen, als mit jemandem, den man niemals persönlich treffen wird."
Spekulationen über Nintendo-Rückzug
Schon Ende letzten Jahres wurde über einen etwaigen Rückzug
Nintendos aus dem Konsolengeschäft spekuliert. Damit sich das
Geschäft für den Hersteller lohnt, müssen laut Marktforschern
mindestens 15 bis 20 Mio. Exemplare der Konsole im Einsatz sein. Bei
Nichterreichen dieser Grenze hielt man es für denkbar, dass Nintendo
den Markt seinen Mitbewerbern überlässt.
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