24.05.2003

TAUCHFAHRT

Bildquelle: Nintendo

GameCube vom Aussterben bedroht

Der japanische Spielehersteller Nintendo muss schleunigst eine neue Strategie finden, um den schleppenden Verkauf des Gamecubes anzukurbeln oder die hauseigene Konsole gar vor dem Aussterben zu retten.

Diese Warnung sprachen die Analysten von BNP Paribas nach Bekanntwerden der schlechten Ergebnisse des Geschäftsjahrs 2002 aus.

Nintendo verkaufte 2002 knapp 5,8 Mio. Gamecube-Konsolen und verfehlte damit klar sein eigenes Ziel von 10 Mio. verkauften Einheiten.

"Mario Kart" soll GameCube retten

"Die Verkäufe waren enttäuschend und es liegt daran, dass wir einfach zu wenig Spielehits veröffentlicht haben," gibt Shelley Friend, Nintendo PR-Leiterin für Europa, zu.

Zwar konnten die zwei wichtigsten Titel, "Metroid Prime" und "The Legend of Zelda: The Wind Waker", die Verkaufszahlen noch Anfang des Jahres vorantreiben, ein neuer Kassenschlager blieb trotz eines umfassenden Softwareangebots, das auch Spiele von Drittherstellern wie Namco, Square und Electronic Arts einschließt, aber aus.

Dies soll sich spätestens mit dem Erscheinen der "Mario Kart"-Serie für den Gamecube Ende 2003 ändern.

"'Mario Kart: Double Dash' wird ganz groß rauskommen," so Friend. "Bis zu acht Spieler können gemeinsam spielen. In jedem Kart haben zwei Charaktere Platz, einer fährt und der andere versucht mit diversen Gegenständen die Gegner von der Strecke zu jagen. Auch ein Platzwechsel während der Fahrt ist möglich."

Keine Online-Offensive geplant

Im Gegensatz zu den Konkurrenten Microsoft [Xbox] und Sony [Playstation] setzt Nintendo nicht auf den neuen Trend zu Online-Games.

"Wir schauen uns erst einmal an, wie es bei den anderen so läuft. Es macht momentan noch keinen wirtschaftlichen Sinn," erklärt Friend. "Was wir suchen, ist ein einzigartiges Feature, das zum Gameplay hinzukommt und neuen Spaß bringt. Im Online-Gaming sehen wir dies nicht erfüllt."

"Wir glauben, dass es derzeit noch wesentlich netter ist mit Freunden zu spielen, als mit jemandem, den man niemals persönlich treffen wird."