Mehrere Interessenten für Razorfish

KONZERNE
13.07.2009

Microsoft will sich von Marketing-Agentur trennen

Der Software-Konzern Microsoft ist einem Zeitungsbericht zufolge mit fünf der weltgrößten Werbekonzerne im Gespräch über den Verkauf seiner Online-Marketing-Agentur Razorfish. Bereits kommende Woche könnten etwa mit dem britischen Branchenriesen WPP vertiefte Prüfungen der Bücher von Razorfish beginnen, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf Insider.

Im Zuge der sechs Milliarden Dollar schweren Übernahme der amerikanischen Online-Werbefirma aQuantive hatte Microsoft 2007 auch Razorfish bekommen. Microsoft will sich laut Medien unter anderem auch wegen interner Überschneidungen mit anderen Konzerntöchtern von Razorfish trennen. Ein Verkauf gilt aber noch nicht als sicher.

Internationale Großagenturen interessiert

Im Gespräch sei Microsoft auch mit den WPP-Rivalen Omnicom Group, Publicis, Interpublic Group und Dentsu, so die Zeitung. Das Geschäft könnte dem Bericht zufolge auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Microsoft und dem Käufer einschließen. Für die Agenturen berge das aber das Risiko einer zu großen Nähe zu Microsoft, die manche Werbekunden irritieren könnte.

Razorfish mit Kunden wie Mercedes-Benz USA und Mattel erwirtschaftete im vergangenen Jahr rund 400 Millionen Dollar (286 Mio Euro) Umsatz. Den wegen der aktuellen Werbekrise stark schwankenden Schätzungen zufolge könnte die Agentur mit mehr als 2.000 Mitarbeitern zwischen 400 und gut 700 Millionen Dollar wert sein.

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(dpa)