Kamera soll Fotografen die Arbeit abnehmen
Forscher der Hewlett-Packard-Labs [HP] werkeln schon heute an der Zukunft der Fotografie.
Sie arbeiten an einem neuen Kamerasystem, das automatisch und "zufällig" Terabytes an Fotos schießen, speichern und anschließend sogar die besten Schnappschüsse selbstständig aus der Bilderflut aussortieren soll.
Der Name des Projekts, "Casual Capture", steht für eine Fotografiermethode, die mit möglichst wenig Anstrengung für den Fotografierenden verbunden ist.
Am "Casual Capture"-Projekt wird in den HP-Labs in Bristol, England, gearbeitet. Weitere Forschungsarbeiten befassen sich mit dem Video-Streaming auf mobilen Geräten, E-Books, die sich wie echte Bücher lesen lassen sollen, und einem Multichannel-XML [Extensible Markup Language]-Veröffentlichungsmodell.
HP-Labs BristolKamera immer dabei
Idealerweise könnte der Konsument künftig dauerhaft eine Kamera an der Kleidung oder an Accessoires [Brille etc.] tragen und damit seinen Alltag sowie auch spezielle Anlässe ganz automatisch und ohne sein Zutun ablichten.
Derzeit ist man jedoch noch weit von dem Ziel entfernt, die Kamera die besten Fotos aussuchen zu lassen, daher will man erst eine etwas realistischere Version fertig stellen.
Dabei soll die Kamera wie gehabt automatisch auf "Dauerfeuer" eingestellt sein, der Nutzer jedoch selbst die "besten" Bilder definieren, indem er in besonderen Momenten ein Signal gibt.
So könnte etwa über ein bestimmtes Schlüsselwort oder einen Knopf das Gerät mit dem Heranzoomen beginnen und mittels eines komplexen Muster-Erkennungssystems das Zentrum des Geschehens ins Visier nehmen und abdrücken.
Roboter-Fotograf findet Motiv selbstständig
Ein von US-Wissenschaftlern entwickelter neuer Roboter arbeitet
nach einem ähnlichen Prinzip. Er sucht selbstständig nach Gesichtern
von anwesenden Personen und adjustiert die Kamera entsprechend, um
gute Bilder schießen zu können.
Ein Roboter als Profi-FotografVideo-Clips und Panoramafotos
Die neue Technologie soll langfristig, wie auch schon die Digitalkamera zuvor, das Fotografierverhalten der Konsumenten ändern. Vor allem die Menge der geschossenen Fotos wird sich massiv erhöhen und damit auch der Bedarf an großen und kostengünstigen Speichermedien.
Doch dafür muss erst das Problem des automatischen Aussuchens der schönsten Erinnerungen gelöst werden.
Eine Bildbearbeitungssoftware soll zudem passende aufeinander folgende Fotosequenzen zu kurzen Video-Clips zusammenschneiden. Die Fotos einer langsamen Kopfbewegung in eine Richtung könnten auch automatisch zu einem Panoramafoto zusammengefügt werden.
