20.05.2003

ÖSTERREICH

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Kein Cybercrime-Boom in der Wirtschaft

Angeblich sind generell immer mehr österreichische Unternehmen von Wirtschaftskriminalität betroffen. 46 Prozent der 500 größten Betriebe wurden in den vergangenen fünf Jahren Opfer wirtschaftskrimineller Handlungen, geht jedenfalls aus einer Umfrage des Unternehmensberaters KPMG hervor, die in den Monaten März/April 2003 durchgeführt wurde.

Je größer das Unternehmen, desto häufiger kommt es demnach zu Kriminalität: Bei fast zwei Dritteln [63 Prozent] der Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern gab es kriminelle Vorfälle - und desto höher ist laut Studie offenbar auch der Schaden.

Nicht bewahrheitet haben sich allerdings frühere Befürchtungen, dass die "Computer- und Internet-Kriminalität" weiter zunehmen könnte: Nur 13 Prozent aller Delikte wurden "überwiegend mit EDV-Unterstützung" begangen, ergab die Umfrage. Damit stagniert dieser Wert auf dem Niveau von vor zwei Jahren.

Effiziente Manager

Zwei Drittel der Übeltäter kommen aus dem Unternehmen selbst, bei 35 Prozent der Fälle gab es eine Zusammenarbeit von internen und externen Tätern. Bei Finanzdienstleistern verursachen zu 65 Prozent Kunden den Schaden, großteils aber in Kooperation mit eigenen Mitarbeitern.

Ansonsten werden 13 Prozent der Delikte vom Management begangen, wobei die Chefs besonders "effizient" vorgehen: Sie sind für 48 Prozent der Schäden verantwortlich.

Jedes zweite betroffene Unternehmen ist der Ansicht, dass unzureichende Kontrollsysteme die Schadensfälle zumindest begünstigt haben. Allerdings haben vier Fünftel [80 Prozent] bereits Maßnahmen zur Verbesserung des internen Kontroll- und Steuerungssystems ergriffen. Diese bestehen in erster Linie in der Sensibilisierung von Führungskräften und strengeren Kontrollen.