Hausdurchsuchungen bei Siemens Österreich
Überhöhte Rechnungen für IT-Aufträge im Visier
In Zusammenhang mit einer Affäre um Manipulationen rund um IT-Aufträge des österreichischen Finanzministeriums hat es in der vergangenen Woche Hausdurchsuchungen bei Siemens Österreich gegeben. Ein Unternehmenssprecher bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Siemens habe wegen des Vorfalls eigene Ermittlungen gestartet. "Ein Mitarbeiter ist in Zusammenhang mit den Durchsuchungen umgehend gekündigt worden."
Überhöhte Rechnungen
Dem Bericht zufolge steht der Beratungsdienstleister OCO Organisationsberatungs- und Consulting GmbH in Wien im Zentrum der Ermittlungen. Diese Gesellschaft sollte IT-Projekte für das Finanzministerium und das Bundesrechenzentrum abwickeln, hieß es. Der Geschäftsführer von OCO solle Subunternehmen dazu gebracht haben, überhöhte Rechnungen zu akzeptieren, hieß es.
SIS-Mitarbeiter fristlos entlassen
Den Großteil der Gelder soll er sich den Vorwürfen zufolge in bar auszahlen haben lassen. Bei Siemens geriet in diesem Zusammenhang ein langjähriger Mitarbeiter der Software-Sparte SIS, über die derzeit vor allem wegen der geplanten Kündigung von 632 Mitarbeitern berichtet wird, unter Verdacht. Der Mitarbeiter wurde nach der Hausdurchsuchung fristlos entlassen. Er dürfte über eine Schein-Treuhandkonstruktion mit der OCO zusammengearbeitet haben, hieß es in dem Bericht.
Es bestehe der Verdacht, dass die OCO von SIS Subaufträge erhalten und dafür überhöhte Rechnungen gestellt habe, schreibt die "Presse". Siemens sei Geschädigter, gleichzeitig dürfte ein ehemaliger Mitarbeiter Mittäter sein, sagte ein Siemens-Sprecher der Zeitung. Der Schaden wurde nicht beziffert.
(dpa)
