17.05.2003

MARKTREIF

Bildquelle: ORF.at

DVDs mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

DVDs mit "Selbstzerstörungs-Mechanismus", die nur für eine begrenzte Zeit nach dem Öffnen abspielbar sind, sollen noch in diesem Sommer auf den US-Markt kommen.

Nach einer Reihe von Testläufen im Promo-Bereich scheint die Technologie der Firma Flexplay inzwischen so ausgereift zu sein, dass mit Disney das erste große Hollywood-Studio die DVDs mit Verfallsdatum vertreiben will.

Die "EZ-D" genannten Disks sollen eine Alternative zum klassischen Videotheken-Geschäft darstellen. Für einen mit der Verleihgebühr vergleichbaren Preis sollen Kunden so ohne Anmeldung und ohne Rückgabepflicht Filme für zwei Tage anschauen können.

Bei den Disney-DVDs soll kein Kopierschutz integriert werden, so dass während der kurzen Lebensdauer der Disks deren Inhalte recht einfach kopiert werden können. Disney will die Scheiben aber so günstig anbieten, dass sich dieser Aufwand gar nicht lohnen soll.

Kleber mit Timing

Die EZ-D startet beim Öffnen der Packung automatisch den Selbstzerstörungsprozess und wird somit nach maximal 48 Stunden gebrauchsunfähig. Die Zeit, die die Disk lesbar bleibt, kann angeblich im Produktionsprozess von acht bis zu 48 Stunden recht exakt eingestellt werden.

Durch das Öffnen reagiert die DVD mit der Luft und der Kleber, mit dem die beiden DVD-Schichten verbunden sind, verfärbt sich und macht die DVD für die Laser der Abspielgeräte nach der vorher bestimmten Zeit undurchlässig.

Der Kleber wird in der Produktion durch UV-Bestrahlung "aktiviert", anschließend wird die Disk sofort luftdicht verpackt.

Tests mit Promo-Material

Ursprünglich wurde der "Selbstzerstörungs-Mechanismus" für den Schutz von Software entwickelt. Das Verfahren wurde aber schnell von der Filmindustrie entdeckt und 2002 wurden bei den "MTV Video Music Awards Latin America" erstmals EZ-Ds verteilt, um den James Bond-Streifen "Die Another Day" zu bewerben.

Wachstumsschub für Disk-Müllberge

Sollte Disney mit dem neuen Format erfolgreich sein, wird allgemein erwartet, dass die anderen großen Studios ebenfalls die Technologie verwenden werden.

Darüber hinaus ist aber auch der Einsatz im Game- oder Musikbereich denkbar.