17.05.2003

DEUTSCHLAND

Bildquelle: fuZo

Polizei mit Multimedia-Experimenten

In Kommunikationswegen wie SMS, MMS und Internet sehen Kriminalisten eine Fülle von Möglichkeiten für die Öffentlichkeitsfahndung:

"Um die 90 Prozent aller Erkenntnisse über Straftaten und Gefahrenlagen liegen beim Bürger. Unsere Zielrichtung muss sein, dieses Wissen abzuschöpfen. Dafür müssen wir dem Bürger sagen, was wir wissen wollen", sagte Josef Schön, Leiter des Referats "Allgemeine Fahndungskoordination" im deutschen Bundeskriminalamt [BKA], in einem dpa-Gespräch.

Gegenwärtig erprobe die Polizei in zehn Städten, nach Banküberfällen oder ähnlichen Taten möglichst rasch Informationen über Täter und Fluchtfahrzeuge per SMS etwa an Taxi- und Busfahrer weiterzugeben. "Eben an Leute, die sich den ganzen Tag im Straßenverkehr aufhalten", sagte Schön.

Multimedia-Experimente

Zudem plant das BKA nach Angaben Schöns, Bilder und andere aktuelle Fahndungsaufrufe auf häufig genutzten Internet-Seiten - etwa von Online-Diensten und Auktionshäusern - zu platzieren.

Auch werde überlegt, Polizeiinformationen auf die Displays von Autoradios zu übermitteln. Mit der Bahn verhandele die Polizei über die Nutzung von Bildschirmen und Laufschriften in ICE-Zügen.

Das vor zwei Jahren eingerichtete Service-Center Fahndung beim BKA suche ständig nach neuen Wegen.