US-Soldaten trainieren mit der Xbox
Schon letztes Jahr zur weltgrößten Game-Messe Electronic Entertainment Expo [E3] in Los Angeles wurde ein Trend deutlich, nach dem Games mit Kriegsszenarien und Gefechtssimulationen, mit denen Soldaten trainieren, sich immer weiter annähern.
Pünktlich ein Jahr später erfährt dieser Trend mit dem Titel "Full Spectrum Warrior" einen neuen Höhepunkt:
Pandemic Studios hat die Software für die US-Army zu Trainingszwecken entwickelt und plant gleichzeitig eine Version für den kommerziellen Spielmarkt, die Anfang 2004 in die Läden kommen soll.
Besonders deutlich wird die Verschmelzung zwischen Training und Spiel durch die Tatsache dass beide Versionen auf der Xbox laufen sollen.
Vor dem Eingang zur weltgrößten Game-Messe Electronic Entertainment Expo in Los Angeles standen letztes Jahr mit Boden-Luft-Raketen bestückte Panzer - keine Modelle, sondern echte Flugabwehr-Panzer. Diese waren allerdings weder zur Terror-Abwehr noch als Marketing-Gag für ein neues Spiel zu verstehen, sondern als Einstimmung der Besucher auf die Aktivitäten der ganz realen US-Armee auf der Messe.
E3 2002: Wie Spiel und Krieg zusammenwachsenHelm, Gewehr und CD
Auf der E3 wurde die Gefechtssimulation erstmals ausgewählten Journalisten vorgeführt.
"Wenn man in die Armee der Zukunft eintritt, bekommt man einen Helm, ein Gewehr und eine von diesen [Full Spectrum Warrior-] Disks - Die Xbox hat man sowieso zuhause," kommentierte Pandemic-Entwickler Wil Stahl anschließend.
In "Full Spectrum Warrior" muss der Spieler oder der trainierende Soldat zwei leichte Brigaden durch feindliches Terrain führen. Dabei stehen zwei Szenarien zur Verfügung: Eines soll Bosnien, das andere "ein arabisches Land" darstellen.
Die Gegner sind - ganz "modernen Konflikten" angepasst - nicht unbedingt uniformiert und fahren mit Maschinengewehren bewehrte Pick-Up-Trucks. Wird ein Gegner erschossen, soll er "realistisch" bluten.
Die kommerzielle "Full Spectrum Warrior"-Version wird von Calabasas verlegt. Auf der Pandemic-Site sind schon Trailer zum Spiel zu sehen.
Pandemic StudiosRekrutierung mit Games
Die US-Marines trainieren schon seit 2001 mit einer Computer-Kampftrainingssimulation auf der Basis der kommerziellen Taktik-Kriegssimulation "Operation Flashpoint" ihre Einsätze.
Und zur Rekrutierung setzen die US-Militärs schon seit rund einem Jahr auf Computerspiele: Nach dem Erfolg des kostenlosen "America's Army: Operations" plant die US-Armee jetzt sogar weitere Updates und Features in das Spiel einzubauen.
Laut Projektleiter Oberst E. Casey Wardynski soll das Spiel Jugendlichen auch das Militär als Berufsoption ins Gedächtnis bringen. Dieses Ziel sei erreicht worden, das Spiel habe das Militär in den Bereich der Popkultur gebracht und damit in die Wahlmöglichkeiten der High-Shool-Absolventen, so Wardynski.
Training auf dem virtuellen Schlachtfeld
