Deutsche Post speicherte Krankendaten
Beschreibungen psychischer Erkrankungen von Mitarbeitern
Die Deutsche Post hat in mindestens zwei Briefzentren jahrelang sensible Krankendaten von Mitarbeitern gespeichert. Beschäftigte des Unternehmens hätten das "entgegen aller Richtlinien" zum Datenschutz getan, es handle sich um Einzelfälle, sagte eine Postsprecherin am Samstag. Der Post seien die Vorfälle seit vergangenem Jahr durch anonyme Beschwerden von Mitarbeitern bekannt. Die Post habe sofort reagiert und die sensiblen Daten "natürlich sofort gelöscht".
Der "Spiegel" berichtete, selbst intimste Krankheitsdetails über die Mitarbeiter wie genaue Beschreibungen psychischer Erkrankungen und Zustandsbeschreibungen von Mitarbeitern mit schweren Herzerkrankungen sowie Darminfekten seien gespeichert worden.
Handlungsempfehlungen
Verbunden seien die Daten häufig mit klaren Handlungsempfehlungen gewesen, etwa auf die Beschäftigten einzuwirken, in den Vorruhestand zu gehen oder ihr Tätigkeitsfeld im Konzern zu wechseln. Laut dem Nachrichtenmagazin, das sich auf ihm vorliegende Unterlagen beruft, wurden Krankendaten "in einigen großen Briefzentren" gespeichert.
Die Unternehmenssprecherin sagte, allein die Briefsparte der Post beschäftige 170.000 Mitarbeiter. Individuelles Fehlverhalten Einzelner sei nie ganz auszuschließen. Der Konzern könne ausschließen, "dass solches Fehlverhalten toleriert wird". Nach Bekanntwerden der Datenschutzverstöße in den beiden Briefzentren habe die Post die Mitarbeiter erneut geschult, "damit wirklich alle wissen, wie mit Gesundheitsdaten umzugehen ist".
(AFP)
