Auslandsgeschäft drückt DT ins Minus
1.500 Mitarbeiter-Kündigungen geplant
Die Deutsche Telekom (DT) hat im ersten Quartal die schleppenden Geschäfte auf einigen Auslandsmärkten mit einem Nettoverlust bezahlt. Wie der Konzern am Donnerstag mitteilte, stand unter dem Strich ein Minus von 1,1 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 0,9 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Enthalten sei darin eine Abschreibung auf den Wert der Mobilfunktochter in Großbritannien von 1,8 Milliarden Euro.
Prognose gesenkt
Die DT hatte bereits vor gut zwei Wochen vorläufige Zahlen berichtet und zugleich überraschend ihre Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Der Vorstand geht nun davon aus, dass das bereinigte Konzern-EBITDA zwei bis vier Prozent unter dem Vorjahreswert von 19,5 Milliarden Euro liegen wird. Das Ziel soll mit Sparmaßnahmen abgesichert werden. Der Free Cashflow soll mit 6,4 Milliarden Euro ebenfalls unter den im Vorjahr erreichten sieben Miliarden Euro bleiben.
Hinzu kommt jedoch der Beitrag der griechischen OTE, die die DT für elf Monate konsolidiert. Wie die DT mitteilte, beträgt er für das EBITDA rund zwei Milliarden Euro, für den Free Cashflow rund 0,6 Milliarden Euro.
1.500 Kündigungen
Unterdessen drohen beim Bonner Konzern einem Zeitungsbericht zufolge erstmals betriebsbedingte Kündigungen im großen Stil. Der Chef der Geschäftskundensparte T-Systems, Reinhard Clemens, wolle bis Ende dieses Jahres in Deutschland mehr als 3.000 Stellen streichen, schreibt die "Financial Times Deutschland" ("FTD"/Donnerstag).
Nur für rund die Hälfte der Betroffenen deute sich derzeit ein sozial abgefedertes Ausscheiden aus dem Konzern an, heiße es aus Unternehmenskreisen. Rund 1.500 T-Systems-Mitarbeiter müssten dagegen mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen.
Kundenzuwächse
Die DT hat auch im ersten Quartal 2009 weiterhin viele Telefonkunden an ihre Wettbewerber verloren, aber im lukrativen Breitbandgeschäft an Boden gewonnen. Bei den DSL-Neukunden sei ein Anteil von 53 Prozent erreicht worden, sagte Vorstandschef René Obermann.
Das sei der beste Wert seit 2005. Innerhalb von zwei Jahren sei die Kundenzahl um 44 Prozent auf elf Millionen gesteigert worden. 600.000 klassische Telefonanschlüsse hat die DT dagegen an die Konkurrenz verloren.
(Reuters/dpa)
