Qualcomm legt Patentstreit bei
US-Chiphersteller zahlt 891 Millionen Dollar an Konkurrenten
Der US-Chiphersteller Qualcomm wird innerhalb der nächsten vier Jahre 891 Millionen Dollar (678,5 Mio. Euro) an den Konkurrenten Broadcom zahlen und damit einen lange anhaltenden Streit über Patentrechte beilegen.
Die ersten 200 Millionen Dollar sollen bis Ende Juni überwiesen werden, teilte Qualcomm am Sonntag mit. Broadcom wird im Gegenzug seine Beschwerden bei der Europäischen Kommission und der koreanischen Handelskommission zurückziehen, hieß es.
Verluste bei Qualcomm
Die hohen Kosten für den Rechtstreit mit Broadcom und Verluste am Finanzmarkt seien vor allem die Gründe, warum das Unternehmen im zweiten Quartal in die roten Zahlen gerutscht ist, erklärt Qualcomm am Montag.
Unter dem Strich habe ein Minus von 289 Millionen Dollar nach einem Gewinn von 766 Millionen Dollar vor einem Jahr gestanden. Der Umsatz sank um vier Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Für das Gesamtjahr erhöhte der Konkurrent von Branchenriese Texas Instruments dennoch sein Umsatzziel. Die Nachfrage nach hochwertigen Mobilfunktelefonen bleibe trotz der Wirtschaftskrise groß, erklärte das Unternehmen.
Trotz des Quartalsverlusts stieg die Qualcomm-Aktie um knapp sechs Prozent. Händler erklärten die Kursaufschläge unter anderem mit der Erleichterung der Investoren, dass der lange Rechtstreit mit Broadcom am Sonntag beendet wurde.
Jahrelanger Rechtstreit
Qualcomm-Chipsätze kommen in den Mobiltelefonen zahlreicher Hersteller zum Einsatz. Das Unternehmen hat auch Lizenzabkommen mit Mobilfunkunternehmen. Mit der Eingung endet ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen Qualcomm und Broadcom. Die beiden Konkurrenten einigten sich unter anderem darauf, die Rechte an bestimmten Patenten gegeneinander nicht auszuüben.
Broadcom warf Qualcom vor, mit der Ausübung seiner Patentrechte den Wettbewerb zu behindern. Im Mai 2007 wurde Qualcomm von einem US-Gericht zur Zahlung von 19,6 Millionen Dollar (14,9 Mio. Euro) verurteilt, weil es die Patente Broadcoms verletzt hatte.
(AP/Reuters/futurezone)
