13.05.2003

HOFFNUNG

Bildquelle: alcatel

Warum Videotelefonie populär sein soll

Eine Telefonanwendung, die in der Vergangenheit immer wieder mangels Interesse nicht weiterentwickelt bzw. vermarktet wurde, erlebt derzeit eine Renaissance:

Eine Art Killerapplikation, jedenfalls ein "Highlight" für UMTS, werde die Videotelefonie sein, glaubt beispielsweise der zuständige Produktmanager von Alcatel, Frank Engmann.

Die Videofonie hat demnach im Festnetz nur deshalb nicht funktioniert, weil sie "keinen Mehrwert" gebracht habe. Die mobile Videofonie schließe jedoch Erlebnisse und Emotionen ein, etwa bei Urlaubs-Videosequenzen, sagte Engmann in Alcatels "3G Reality Center".

Jugendschutz in Gefahr

Die beiden Hauptzielgruppen für UMTS-Videotelefonie seien Jugendliche und Frauen, meint Engmann. Frauen deshalb, weil diese kommunikativer und emotionaler als Männer seien.

Mit der zu erwartenden Verbreitung der Videotelefonie müssten allerdings auch Fragen der nonverbalen Kommunikation und des Jugendschutzes bzw. Missbrauchs erörtert werden, so Engmann.

Auch im Business-Segment sei die Videotelefonie einsetzbar, etwa um Kundenbeziehungen persönlicher zu gestalten.

Im "3G Reality Center" habe Alcatel die gemeinsam mit Fujitsu in einem Joint Venture entwickelte Evolium-Lösung installiert, die in Österreich vom vierten Handynetzanbieter tele.ring übernommen wird, sagte tele.ring-Geschäftsführer Hubertus Hofkirchner. Tele.ring werde demnach im November oder Dezember 2003 mit UMTS starten. Im Gegensatz zur mobilkom und Hutchison werde tele.ring allerdings keine speziellen UMTS-Dienste mit Partnern entwickeln, sondern sich an bestehenden Internet-Angeboten orientieren, betonte Hofkirchner. Kunden könnten demnach via Handy über Online-Suchmaschinen ihre gewünschten Websites anwählen und über die Technologie WAP 2.0 Informationen direkt aus dem Internet in UMTS-Geschwindigkeit beziehen.