08.05.2003

UNBEMANNT

Bildquelle: esa

Roboter-Wettrennen zum Mars

"Beagle 2" sieht aus wie eine fliegende Untertasse und soll genau wie eine solche zu Weihnachten sanft auf den Mars schweben. Gleich bei ihrer ersten Mars-Mission wollen die Europäer mit Hilfe des kleinen Roboters eine Frage beantworten, welche die Menschheit seit Jahrhunderten beschäftigt: Gab es Leben auf dem Mars?

Noch wartet der unscheinbare Roboter im russischen Weltraumbahnhof Baikonur auf den Start zum Roten Planeten. "Mars Express" soll am 2. Juni losfliegen. Dann tritt Europa mit den USA in einen Millionenwettlauf ein, um mögliche Wasserquellen auf dem Mars zu entdecken.

Einen Monat später klappt das günstige Zeitfenster wieder zu, innerhalb dessen der erdähnlichste Planet in unserem Sonnensystem rasch erreicht werden kann.

Bohren und durchleuchten

Ob es tatsächlich Wasser auf dem Mars gab, soll "Beagle 2" etwa ein halbes Jahr im Gestein nördlich des Mars-Äquators erkunden. Vor einem möglichem Aufprall auf der kraterarmen Ebene Isidias Planitia ist der Roboter mit Airbags geschützt, Proben kann er über einen Greifarm entnehmen.

Frostigen Mars-Temperaturen von nachts minus 70 Grad Celsius und Staubstürmen soll der nach dem Forschungsschiff von Charles Darwin benannte "Beagle 2" widerstehen.

"Mars Express" soll nicht untätig bleiben, nachdem die Sonde den an ein überdimensionales Uhrengehäuse erinnernden britischen Lander ausgesetzt hat. Bis in fünf Kilometer Tiefe soll ihr radarähnliches System "Marsis" nach Spuren von Wasser und Eis suchen.

Genauer als je zuvor soll die Oberfläche des Planeten fotografiert werden. Die umfangreichen Daten sollen dann zur Erde gefunkt werden - jeweils angekündigt von der Erkennungsmelodie aus einem eigens komponierten Song der Britpop-Gruppe Blur.