Henson-Familie kauft "Muppets" zurück
Der TV-Rechtehändler EM.TV hat nach monatelangen Verhandlungen seine US-Tochter Jim Henson überraschend an die Familie des Firmengründers verkauft.
EM.TV habe einen bindenden Vertrag über den Verkauf sämtlicher Anteile des Produzenten von "Muppetshow" und "Sesamstraße" mit den Kindern des Gründers Henson geschlossen, teilte das Münchner Unternehmen mit.
Insgesamt erhalte EM.TV 89 Millionen USD, davon 78 Millionen USD in bar und elf Millionen USD an liquiden Mitteln der Jim Henson Company. Zusammen mit einer bereits im Jänner geleisteten Zahlung des Sesame Workshop erlöse EM.TV in etwa den Buchwert von 110 Millionen Euro.
EM.TV hatte unter anderem mit dem Disney-Konzern und dem US-Investor Haim Saban über den Verkauf von Jim Henson verhandelt. Mit einer US-Investorengruppe unter Führung des Medienunternehmers Dean Valentine wurde im Dezember sogar eine Vorvereinbarung getroffen, die dann aber platzte.
Disney soll "Muppetshow" kaufenUm 680 Mio. USD gekauft
Mit dem Verkauf sei auch die Rückführung des auslaufenden Juniorkredits gesichert. Damit hat EM.TV die drohenden Liquiditätsprobleme zunächst abgewendet.
Der frühere EM.TV-Chef Thomas Haffa hatte die Jim Henson Company noch zu Boomzeiten des Neuen Marktes im Jahr 2000 für 680 Millionen USD gekauft.
Wegen noch anderer überteuerter Zukäufe geriet EM.TV, einst der Star des Neuen Marktes, in die Krise. Im August 2001 übernahm Werner Klatten den Vorstandsvorsitz von EM.TV und fährt seitdem einen rigorosen Sanierungs- und Schrumpfungskurs. Im vergangenen Jahr hatte EM.TV wegen Abschreibungen immer noch tiefrote Zahlen geschrieben.
Aktienkurs gestiegen
Der Aktienkurs profitiert von der dringend benötigten Liquiditätsspritze für das Unternehmen. Die EM.TV-Aktien legten nach dem lang erwarteten Verkauf der US-Tochter um mehr als 15 Prozent auf 1,13 Euro zu.
