06.05.2003

ÖSTERREICH

Bildquelle: derstandarddigital.at

Streik als Werbung für "E-Papers"

Österreichs Tageszeitungen konnten heute meist streikbedingt nicht gedruckt bzw. ausgeliefert werden.

Die Zeitungen weichen daher heute verstärkt ins Netz aus und nutzen die Gelegenheit teilweise auch, um auf ihre speziellen "E-Zeitungen" aufmerksam zu machen. Diese geben die gedruckte Version der Blätter mit komplettem Layout in verschiedenen technischen Formaten wieder und existieren meistens neben den eigens gestalteten Online-Inhalten.

Die einzigen Zeitungen, die heute doch ausgeliefert wurden, waren die "Vorarlberger Nachrichten" und die "Tiroler Tageszeitung": Die Vorarlberger Drucker haben sich dem Streik nicht angeschlossen, die Auslieferung erfolgte wegen Blockadeversuchen per Hubschrauber.

"Angriff auf die Pressefreiheit"

Bekräftigt wurde heute die schon zuvor wiederholt geäußerte Kritik, dass der Druckerstreik die Falschen treffe und kontraproduktiv sei.

Auch das International Press Institute [IPI] mit Sitz in Wien zeigte sich besorgt: Die Bestreikung der Printmedien sei ein "Angriff auf die Pressefreiheit", hieß es in einer Aussendung.

Ausgabe als pdf

"Die Presse" bietet ihre Printausgabe heute schlicht als pdf zum Download an.

"Kurier" verzichtet

Der "Kurier" verweist ob des Streiks auf sein ohnehin bestehendes Internet-Angebot. Das Blatt verzichtet konsequenterweise auch darauf, eine Printversion online zu stellen, wie das an regulären Tagen der Fall ist. Dabei wird aber nur das Titelblatt im Original-Layout gezeigt.

Die "Kleine Zeitung" nutzt heute die Gelegenheit, um für ihre "E-Paper"-Ausgabe zu werben, die heute ausnahmweise ohne Anmeldung zu sehen ist.

Gutes Timing

Und geradezu passend scheint dem "Standard" der Streik zu kommen: Seit gestern will das Blatt online einen "neuen Vertriebsweg" mit der kompletten Zeitung im Original-Layout gehen.

"Häufig stört 'alte Zeitungsleser' an Online-Angeboten, dass die Gewichtung durch die Redaktion nur begrenzt stattfindet", begründet Herausgeber Oscar Bronner das Angebot. "Es wird kostenpflichtig werden, aber dazu müssen wir noch einiges lernen und verbessern", erklärt er weiter.

Der Online-"Standard" war unterdessen die einzige Site, die auch im gewohnten Angebot formal auf den Streik reagierte: Die Einstiegsseite erschien bis 11.00 Uhr in gekürzter Version. Damit wollte die Redaktion "ein Zeichen gegen die von der Regierung geplanten Eingriffe ins Pensions- und Sozialsystem, von welchen auch Online-RedakteurInnen massiv betroffen sind", setzen.