Protein steigert Datendichte
Die Kapazitäten von Festplatten könnten in Zukunft durch den Einsatz eines gebräuchlichen Proteins zur Herstellung von magnetischen Teilchen mit nano-großer Struktur, um ein Vielfaches gesteigert werden.
Das britische Unternehmen Nanomagnetics nutzt das Protein "Apoferritin", einen Eiweißkörper, der im Körper als Speicher für Eisen dient, um ein Material aus magnetischen Partikeln mit einem Durchmesser von nur ein paar Nanometern herzustellen.
Jedes der winzigen Teilchen kann Informationen speichern. Packt man sie zusammen, erreichen sie eine höhere Speicherdichte als bisher möglich.
Das nano-magnetische Speichermaterial ist noch in der Entwicklungsphase, soll aber bis Ende 2003 herkömmliche Festplatten an Dichte weit übertreffen.
NanomagneticsMagnetische Kobalt-Platin-Legierung
Apoferritin ist ein sphärisches Protein mit einem äußeren Durchmesser von zwölf bis 13 nm und einer inneren Höhle von sieben bis acht nm. Ist der Kern mit Eisen gefüllt, nennt man diese Kombination Ferritin.
Nanomagnetics arbeitet mit einer Säurelösung, die das Eisen aus dem Kern entfernt. Eine zweite Lösung füllt die innere Höhle dann mit einer magnetischen Kobalt-Platin-Legierung auf.
Die entstehende Lösung, genannt "DataInk", wird danach auf die Oberfläche einer Festplatte gesprüht und der Hitze ausgesetzt. Daes verändert die kristalline Struktur der Partikel, sie werden zu einer eng bepackten Schicht, die äußere Hülle wird zu Carbon.
Derzeit können etwa 450 Gigabit an Daten auf einem Quadratzentimeter untergebracht werden, die Wissenschaftler wollen das auf bis zu 3.000 Gigabit pro Quadratzentimeter erhöhen.
Marktreife in sechs bis zehn Jahren
Dieter Weller, Forscher beim Festplatten-Hersteller Seagate,
sieht zwar noch einige Hürden auf dem Weg zum nano-magnetischen
Speichermaterial, rechnet jedoch damit, dass in sechs bis zehn
Jahren die Marktreife erreicht werden kann. Auch Seagate entwickelt
derzeit ein nano-magnetisches Material.
Seagate
