Infineon nabelt sich von BenQ ab
Der Halbleiterkonzern Infineon spricht nach eigenen Angaben mit mehreren neuen Kunden für seine Mobilfunk-Chips in China.
"China ist wie ein Magnet, und es gibt dort großes Potenzial", sagte der taiwanesische Infineon-Manager Deyoung Chan am Mittwoch. Infineon will Chips in China an Hersteller billiger Handys liefern. "Wir führen Gespräche mit einigen Firmen, darunter große und mittlere Markenhersteller."
Namen wollte Chan nicht nennen. "Wir entwickeln gemeinsam neue Produkte, können aber vor dem Start der Massenproduktion nicht konkreter werden."
Zuletzt hatte Infineon den größten chinesischen Handyhersteller Ningbo Bird als Kunden gewonnen. Das Münchener Unternehmen versucht, seine Abhängigkeit von der mittlerweile insolventen BenQ Mobile als Großkunden zu reduzieren, und hat vor allem in Fernost neue Abnehmer für seine Mobilfunkchips, darunter Samsung und LG, gefunden. Infineon hatte vor dem Zusammenbruch der einstigen Handysparte von Siemens stark unter deren Marktanteilsverlusten gelitten.
15 Prozent weniger Umsatz
Durch die Pleite der deutschen BenQ Mobile brachen der Infineon-Telekommunikationssparte 15 Prozent ihres Umsatzes weg. Der Bereich verabschiedete sich als Folge von seinem Ziel, Mitte kommenden Jahres schwarze Zahlen zu schreiben, und rechnet nun damit, die Gewinnzone ein halbes Jahr später als vorgesehen zu erreichen. 400 Stellen fallen bei dem Halbleiterkonzern weg.
Infineon ist in Österreich mit einem Werk in Villach und mehreren Forschungsstätten vertreten. Die Österreich-Tochter Infineon Technologies Austria AG hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 [bis Ende September] Umsatz und Ergebnis gesteigert. Mit 1,093 [0,918] Mrd. Euro Umsatz [plus 19 Prozent] wurde erstmals die Milliardengrenze überschritten.
Das EGT [Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit] wurde um 23,8 Prozent auf 70,2 [46,4] Mio. Euro gesteigert.
(APA | Reuters)
