Glücksspiele via Handy im Vormarsch
Statt auf große Kasinokomplexe und schäbige Wettbüros setzt man in Europa immer mehr auf interaktive Glücksspiele, die das Spielen vom Wohnzimmer aus ermöglichen.
Neben dem Internet gewinnt hierbei das Handy als Wettschein immer mehr an Bedeutung.
Immer mehr Europäer füllen ihren Lottoschein am Handy aus, nehmen an Gewinnspielen teil oder platzieren ihre Wette über das Mobiltelefon.
In den Niederlanden, Schweden, Deutschland und Großbritannien gibt es wie hier zu Lande bereits viele dieser Angebote für das Handy. Auch in Asien werden ähnliche Services angeboten.
Interaktives Glücksspiel in den USA verboten
Was in Europa immer größere Gewinne lukriert, ist in den USA
illegal. Interaktives Glücksspiel jeder Art ist den US-Bürgern
grundsätzlich verboten. Auch in Australien wurden Mitte 2001
Glücksspiele auf einheimischen und ausländischen Websites verboten.
Nur Sportwetten und Lotterien blieben von dem Verbot unberührt.
Australien verbietet Online-Glücksspiel50 Millionen USD jährlich
Der mobile Glücksspielmarkt wird derzeit mit 50 Millionen USD jährlich beziffert und soll in den nächsten Jahren dramatisch ansteigen. Das Wachstum basiert vor allem auf dem Erfolg der SMS.
Viele Betreiber so genannter "M-Gambling"-Services sehen die Flexibilität als ihr Erfolgsrezept.
Oft können nach Beginn eines Sportevents noch Wetten platziert und somit direkt auf das Spielgeschehen reagiert werden. Wird bei einem Fußballspiel etwa der Starstürmer verletzt, können die Zuseher so ihre Wetten erneuern.
Je mehr SMS, desto größer der Gewinn für die Betreiber
Das Prinzip der meisten Gewinnspiele per SMS ist simpel. Es wird
vorher festgelegt, dass zum Beispiel die 2.400. eingetroffene SMS
gewinnt. Schickt man eine Kurzmitteilung an die kostenpflichtige
Nummer, wird einem via Antwort-SMS das aktuelle Ranking mitgeteilt.
Man kann dann abwägen, in welchem Zeitrahmen man wieder SMS schicken
möchte, um den ausgelobten Gewinn einzuheimsen. Da an den
kostenpflichtigen SMS verdient wird, soll der Spieler nach dem
Prinzip "Je mehr SMS, desto größer die Chance" agieren.
Erstes deutsches Online-Roulette startetAuch HP und Siemens mischen mit
Auch namhafte Unternehmen wie Hewlett-Packard und Siemens mischen im Glücksspielgeschäft mit ihren Hard- und Software-Lösungen oder finanziellen Mitteln mit.
Siemes testet derzeit das "dynamische Wetten" bei Pferderennen, Skispringen, Fußball und anderen Sportarten. Nach dem Platzieren einer Wette in einer bestimmten Höhe [etwa drei USD] bekommt man laufend Kurzmitteilungen mit den aktuellen Quoten und kann darauf erneut setzen.
Doch die Einfachheit des mobilen Wettens führt auch schneller zu Suchterscheinungen. Vor allem die Übersicht über die bereits entstandenen Kosten ist schwierig, viele Mobilfunkbetreiber überlegen deshalb die Einführung von speziellen Pre-paid-Karten für das Glücksspielen.
Netz macht Spielsüchtige süchtiger
Die Universität Connecticut veröffentlichte 2002 eine Studie,
nach der Menschen mit einer Internet-Spielsucht schlimmere
Suchtprobleme haben als jene, die ihrer Glücksspiel-Leidenschaft
real nachgehen. Das könne zu gesundheitlichen und emotionalen
Störungen führen.
79 Prozent der Web-Gambler hochgradig süchtig
