Musikindustrie verschenkt wieder Songs
"Im Kampf gegen die Online-Piraterie" verschenkt die europäische Musikbranche noch einmal Songs im Internet.
Im Rahmen der Kampagne "Digital Download Day Europe" [DDD] können Surfer von 9. bis 15. April Tracks im Wert von fünf Euro kostenlos und legal herunterladen.
Um den Wert können 30 Lieder auf die Festplatte geladen, 300 Lieder gestreamt und drei Lieder auf CD gebrannt werden.
Insgesamt sind über 170.000 Songs von mehr als 7.500 Künstlern verfügbar, nicht alle Lieder [nur 150.000] können jedoch auch auf CD gebrannt werden.
Die Aktion war bereits für den 21. März angekündigt gewesen, wurde aber offenbar verschoben. Der Digital Donwload Day findet bereits zum zweiten Mal statt. Letzten Herbst bereits hat das Online-Musikservice OD2, gegründet von Musiker Peter Gabriel, die Aktion gestartet, damals waren jedoch weniger Lieder am Start.
Digital Download DayFunktioniert auch aus Österreich
Mittlerweile wird der DDD von allen großen Musiklabels wie Warner Music, EMI, Universal Music und BMG unterstützt, auch Sony hat sich der Aktion angeschlossen. Damit sind auch Lieder von Shakira und Michael Jackson verfügbar, insgesamt stellt Sony 50 Alben von 14 Künstlern zur Verfügung. Auch kleinere, unabhängige Labels wie V2 und Mushroom sind vertreten.
Der DDD wird nunmehr nicht nur in England angeboten, auch in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, den Niederlanden und Österreich kann die Aktion genutzt werden.
Die Musikindustrie will die User damit auch auf ihre Bezahl-Services hinweisen, die bis jetzt noch keinen großen Erfolg verzeichnen konnten. Der Boom von P2P-Netzwerken ist dagegen, trotz zahlreicher Versuche der Industrie, dagegen anzukämpfen, bis dato ungebrochen.
Klage gegen Studenten
In ihrem Kampf gegen Tauschbörsen hat die US-Musiklobby RIAA
erstmals Klage gegen vier Studenten eingereicht. Die Studenten
hatten in ihrem Uni-Netzwerk "Napster-ähnliche" Tauschbörsen
betrieben.
RIAA bringt vier Studenten vor GerichtIn AT mehr CDs gebrannt als verkauft
Laut dem Verband der österreichischen Musikwirtschaft [IFPI] wurden im Jahr 2002 in Österreich erstmals mehr Musik-CDs am PC gebrannt [24 Mio. Stück] als Original-CDs in den Geschäften gekauft [18,9 Mio. Stück].
Obwohl das Interesse an Musik-CDs laut IFPI steigt - die Gesamtzahl [Verkäufe und selbst Gebranntes] stieg von 35,5 Mio. im Jahr 2001 auf nunmehr 42,9 Mio. im Jahr 2002 - verzeichnete die heimische Musikindustrie 2002 beim Tonträgerumsatz einen Rückgang um 7,9 Prozent [von 283 Mio. Euro auf 260,5 Mio. Euro].
Die Musikwirtschaft fordert daher, dass die dem Nationalrat vorliegende Urheberrechts-Novelle, mit der die EU-Copyright-Richtlinie übernommen wird, möglichst rasch beschlossen werden soll, damit sie zu Jahresmitte in Kraft treten kann.
Die Regierungsvorlage für die Urheberrechts-Novelle
Nach der Regierungsvorlage für die Novelle des
Urheberrechtsgesetzes sollen Rechteinhaber künftig klagen dürfen,
wenn "Mittel zur Umgehung eines Kopierschutzes hergestellt,
eingeführt, verbreitet, verkauft, vermietet und zu kommerziellen
Zwecken besessen werden" oder "wenn für den Verkauf oder die
Vermietung von Umgehungsmitteln geworben wird" oder "wenn
Umgehungsdienstleistungen erbracht werden".
Kopierschutz umgehen wird strafbar
