China baut 150-Euro-Computer
Der Billigrechner ist Teil einer umfassenden Informatikstrategie.
In China ist ein Billigcomputer entwickelt worden, der für umgerechnet rund 150 Euro auf den Markt kommen soll. Das Unternehmen Jiangsu Menglong werde den PC mit einer 40-Gigabyte-Festplatte und 256 Megabyte Speicherkapazität zum Preis von 1.599 Yuan [156 Euro] anbieten, berichtete das Internet-Portal Sina.com am Montag.
Eigene CPU ...
Für das Gerät entwickelte früheren Berichten zufolge das Institut für Computertechnologie im Auftrag der staatlichen Wissenschaftsakademie einen Mikroprozessor. Die Entwicklung war demnach Teil eines Projekts für preiswertere Computer in China. Der Chip des Billig-PCs wird bereits produziert und soll China zu den führenden Mikroprozessorherstellern USA und Japan aufrücken lassen.
Auf dem Billigcomputer, der ohne Monitor und Tastatur geliefert wird, können sowohl das Betriebssystem des US-Softwareriesen Microsoft als auch Linux laufen. Unter Verwendung von Windows ist der Preis von rund 150 Euro allerdings nicht zu halten.
... und passende Software
Die chinesische Regierung lässt mit dem erstmals 1999 erschienenen Red Flag Linux eine eigene Distribution des freien Betriebssystems entwickeln. Auch ein auf die Bedürfnisse der chinesischen Verwaltung zugeschnittenes Dateiformat namens Uniform Office Format [UOF] befindet sich seit Jänner 2002 in Entwicklung und basiert auf der Auszeichnungssprache Extensible Markup Language [XML].
Ein verwandtes Projekt ist der am Bostoner MIT Media Lab entwickelte 100-Dollar-Laptop, mit dem US-amerikanische IT-Experten um den ehemaligen Media-Lab-Chef Nicholas Negroponte günstige Computertechnologie in Entwicklungsländern etablieren wollen.
"One Laptop per Child" [OLPC], wie Negropontes Initiative heißt, hat am 1. November 2006 die Produktion der ersten Motherboards für das Projekt aufgenommen. Die OLPC-Maschinen werden beim Hersteller Quanta in Taiwan hergestellt. Auch der OLPC-Laptop läuft unter einer Variante von Linux.
(AFP | futurezone)
